Am Samstag brach ich zu einem längeren Spaziergang am Flugplatz Schleißheim auf. Früher bin ich dort häufiger zum Inlineskaten gewesen, aber darauf habe ich seit ein paar Jahren nicht mehr so richtig Lust. Ich wollte aber mal meine Kamera woanders „Gassi führen“, was sich durchaus gelohnt hat, auch wenn das Gelände eigentlich nicht besonders spannend ist, weil es sehr flach ist und – noch dazu um diese Jahreszeit – nicht viel außer ein paar Bäumen zu bieten hat.
Da ich am Nachmittag unterwegs war, gab es lange Schatten:
Die Mauer hatte es mir besonders angetan:
Doch auch das Gegenlicht hat mich mal wieder fasziniert:
Hier kann man, wenn man genau hinsieht, sogar feine Spinnenfäden erkennen:
Und dies war mein letzter Blick auf den Mond, der über einem rosa-blauen Himmel im Osten stand, nachdem die Sonne untergegangen war (zumindest war sie von mir aus nicht mehr zu sehen):
Während ich heute am Fließband Compositions korrigiere, dürft ihr euch an drei Fotos erfreuen, die mein Vater am Samstag in meiner oberfränkischen Heimat gemacht hat.
Ihr seht, die Faszination fürs Fotografieren habe ich von meinem Vater geerbt. Wahnsinnsbilder!!! ❤
Nachdem mich die Küste Oregons schon mit dem Erkunden des ersten – nahezu menschenleeren – Strands Crescent Beach für sich gewonnen hatte, wollte ich mehr vom Meer und entschloss mich, nachdem ich wieder zurück zum Parkplatz an Ecola Point gewandert war, noch die eineinhalb Meilen zum Indian Beach zu fahren.
Dieser Strand war nun deutlich bevölkerter, was zum einen natürlich der Tatsache geschuldet war, dass es dort einen Parkplatz gibt und man nur wenige Meter zum Strand runterlaufen muss.
Zum anderen… schaut selbst, dann wird es eh klar!
Schon allein die Reflektionen auf den mit einem dünnen Film Wasser überzogenen Sandbänken im Zusammenspiel mit den Wellen und dem von Wolken durchzogenen Himmel luden dazu ein, sich einfach nur dieser Schönheit hinzugeben und keinen Gedanken an Alltag zu verschwenden.
Das dann auch noch kombiniert mit den Felsformationen, da fehlen dann langsam die Worte.
Überhaupt – diese Basalt-Felsen! Man muss sich nur vorstellen: Sie entstanden vor 15-16 Millionen Jahren aus Lavaströmen… Faszinierend, dass das Meer sie in all diesen Millionen Jahren nicht komplett abtragen konnte.
Ja, ich gebe zu, der Felsen mit dem „Tor“ hatte es mir besonders angetan. 😉
Auf den Felsbrocken, die gerade „auf dem Trockenen saßen“, konnte ich eine Vielfalt an Muscheln bewundern.
Eine Liebe von mir kennt ihr noch nicht (wahrscheinlich auch, weil ich noch keinen Eintrag zu Sylt veröffentlicht habe,): Leuchttürme! Man hätte auch eine Tour zu allen Leuchttürmen in Oregon machen können (dazu gibt es Reiseführer), aber leider hatte ich dafür zu wenig Zeit. Dieser hier war nur durch den Zoom der Kamera etwas näher herzuholen. Ich kann mir immer gar nicht so recht vorstellen, wie man auf so eine Felseninsel einen Leuchtturm bauen kann!
Und nun noch ein letztes Bild, das ein bisschen die enorme Kraft der Wellen zeigen sollte. Es gibt sicher tausende Fotos von viel höheren „Fontänen“ (noch dazu war der Wellengang ohnehin nicht so stark), aber ich war trotzdem recht glücklich, diesen Moment einfangen zu können, wenn das Meer auf den Felsen trifft.
So langsam spürte ich das, was ich zu Beginn meines ersten Beitrags zu Oregons Küste beschrieben habe: Ich war übersättigt von all dieser Schönheit, die über alle Sinne da über mich hereingebrochen war. Trotzdem musste ich mich zwingen, dem Meer den Rücken zu kehren und ins Auto zu steigen, um mich in Richtung meines Motels aufzumachen (das war noch ganz schön weit weg – ich kam dort auch erst an, als es schon dunkel war…).
Die wilde Schönheit der Küste Oregons hat mir den Atem geraubt und mein Herz mit so viel Glücksgefühl erfüllt, dass es fast zerbersten wollte. Klingt übertrieben? Ich bin vielleicht zu wenig Schriftstellerin, um mit Worten ausdrücken zu können, was diese Küste mit mir gemacht hat. Aber es war definitiv so, dass ich mich am Ende des Tages förmlich von so viel Schönheit, Sonne und Wolken, Wind, Geräuschen und diesem Geruch von Meer wie erschlagen fühlte.
Schon der erste Blick von Ecola Point (im Ecola State Park) Richtung Süden verschlug mir den Atem (der große Fels im Hintergrund, kurz bevor die Küste kaum mehr sichtbar ist, ist übrigens der berühmte Haystack Rock von Cannon Beach, der südlich des Crescent Beach liegt):
Das musste ich mir genauer ansehen, auch wenn das Wetter nicht soo einladend schien. So machte ich mich auf den Weg, der zum Crescent Beach (im oberen Bild zu sehen) führte. Die Warnung „Experienced Hikers Only“ war sicher etwas übertrieben – ein Hinweis, nur mit festem Schuhwerk unterwegs zu sein, hätte letztlich gereicht. Gut, der Abstieg zum Strand am Schluss war dann doch relativ steil, aber insgesamt war das kein übermäßig anspruchsvoller Wanderweg.
So ging es durch Wald und am Rande der Klippen entlang.
Unten am Crescent Beach angekommen, dachte ich: Einen schöneren Ort kann es kaum geben.
Und so begann mein Foto-Marathon… Ich konnte mich nicht satt sehen, und hatte das Gefühl, ich muss all dies fotografisch festhalten. Da sich außerdem das Wetter und damit die Lichtverhältnisse ständig änderten, konnte ich die Kamera kaum aus den Händen legen. Dabei fehlt natürlich so viel auf den Bildern: Das Geschrei der Möwen, das Rauschen des Meeres, der Wind in den Haaren, der salzige Geschmack auf der Zunge…
Haystack Rock
Vielleicht hört ihr ja hier das Rauschen:
Ein paar Details am Rande:
Selbst ohne Felsen im Blick, sorgten Wolken und Wasser für wunderschöne Stimmung:
Aber ich gebe es zu: Ich konnte den Blick nicht von den Felsen wenden. Und als dann die Sonne immer mehr ihr Gesicht zeigte, schoss ich weitere Bilder.
Im Hintergrund wieder der Haystack Rock
So langsam machte ich mich dann auf den Rückweg – denn noch war ich nicht satt. Ich wollte noch den Indian Beach sehen! Demnächst entführe ich euch dann dorthin… 🙂
Astoria war die erste permanente Siedlung an der amerikanischen Westküste, begründet von John Jacob Astor 1811, wovon auch das „Fort Astoria“ zeugt:
Das „Fort“ an sich, bzw. das, was daran erinnert, ist tatsächlich wenig beeindruckend.
Das doch etwas beeindruckendere Gebäude im Hintergrund gehört nicht zum Fort. Es liegt gegenüber meines Hotels.
Aber das kleine Städtchen (9.477 Einwohner, Durchschnittsalter 41) hat sich trotzdem in mein Herz gestohlen… Schon alleine mit dem Kommentar auf diesem Verkehrsschild:
Irgendwie wirkte Astoria auf mich wie eine verschlafene Miniaturversion von San Francisco. Auch hier gibt es viele Hügel, in die hübsche Holzhäuser in Pastellfarben eingefügt worden sind.
Zum Teil aber sehen Gebäude auch ganz schön runtergekommen aus.
Kommen mir eigentlich die Bäume in den USA nur immer größer vor? Oder liegt es an den Häusern?
Für den geneigten Filmfan gibt (bzw. gäbe) es in Astoria auch einiges zu entdecken, z. B., dass Clark Gable am örtlichen Theater seine Karriere begann:
Tja, und dann wurde hier der All-Time Favorite The Goonies gedreht. Das Gefängnis beherbergt das Filmmuseum von Oregon – das allerdings leider schon geschlossen hatte, als ich vorbei kam. Ich glaube, das schlossähnliche Haus nebenan (Captain George Flavel House Museum) sah man auch im Film.
Flavel Mansion
Nun hätte es mich ja auch noch interessiert, das Wohnhaus von Mikeys Familie anzuschauen, aber das verzeichnen sie nicht mehr in Tourist Maps, weil der Besitzerin der ganze Rummel (angeblich an die 1.500 Touristen pro Tag!!! 😮 ) zu viel wurde. Sie hat das Haus 2015 dann auch hinter Planen „versteckt“:
Quelle: oregonlive.com
Ich hab noch gedacht, dass ich das doch auch mit den vagen Angaben irgendwie trotzdem finden würde (ist doch schließlich so ein kleiner Ort!), aber das ist mir nicht gelungen. Immerhin wohnen aber offensichtlich auch Fans des Films im Ort, denn dies war kein offizielles Straßenschild:
Auf einem Hügel gibt es die sog. Astoria Column (90 Jahre alt), die man auch besteigen kann. Das habe ich mir aber gespart, da der Blick auch so schon ganz ordentlich war. Hier sieht man dann, dass Astoria sogar an drei Flüssen liegt.
Der Blick von oben auf Astoria-Megler Bridge lässt erahnen, wie lange diese Brücke tatsächlich ist.
Zuletzt möchte ich euch nun noch mein Hotel zeigen: Es heißt Commodore Hotel und war mein liebstes Hotel auf dieser Reise, obwohl Dusche und Klo auf dem Gang waren. Die Atmosphäre war aber herrlich retro (inkl. DVD-Player mit DVDs zum Ausleihen an der Rezeption) und gleichzeitig war alles so sauber und liebevoll hergerichtet, dass ich am liebsten länger geblieben wäre.
Schon in der Lobby habe ich mich wohl gefühlt:
Als ich den jungen Mann an der Rezeption fragte, wie die Parkbeschränkung an der Straße eigentlich kontrolliert würde (so etwas wie Parkscheiben gibt es nicht), meinte er, wahrscheinlich gar nicht. Der Frau, die das früher gemacht hat, sei vor zwei Jahren gekündigt worden. Er wisse nichts davon, dass jemand Neues eingestellt worden wäre. Herrlich – da wurde mir das erste Mal bewusst, was für ein Kaff Astoria eigentlich ist. 😀
Der Gang, an dem mein Zimmer lag:
Türe auf: Klein aber fein! Allein das Fenster fand ich so toll! Klimaanlage gab’s übrigens keine, aber war inzwischen auch nicht mehr nötig.
Mir ist aufgefallen, dass ich euch noch gar nicht mit Essensbildern gequält habe. Da bei mir gleich das Vor-Sneak-Preview-Abendessen ansteht, mach ich euch (und mir) zum Abschluss gleich mal mit dem Fisch-Burger vom Wet Dog Café den Wund wässrig (na gut, den Vegetariern und Veganerinnen unter euch wohl eher nicht… 😉 ):
Ich kann Astoria als Zwischenstation auf einer Reise, etwa bei einer Tour entlang des Highway 101, absolut empfehlen! 🙂
Das kleine Städtchen hat es mir total angetan, weswegen es nach meinem Beitrag über die Astoria-Megler Brücke noch zwei weitere Artikel zu Astoria gibt. Zunächst so allerlei, das mir bei meinen Spaziergängen am Ufer des Columbia River ins Auge gestochen ist.
Die Astoria Riverfront Trolley fährt – wie der Name schon sagt – entlang des Flusses. Ich hatte allerdings direkt Glück, dass ich überhaupt eine zu Gesicht bekam, denn wie heißt es so schön auf Wikipedia: „The car makes a trip approximately once an hour in each direction, but there is no exact schedule.“ Dafür, dass das einmal DIE Touristenattraktion in Astoria war, ist einmal pro Stunde schon arg spärlich. Ich bin auf jeden Fall nicht damit gefahren. Auch nicht mit dem Fahrrad – was vielleicht angesichts dieses Warnschildes auch ganz gut war! 😀 Obwohl ich eh keine Bierflasche in den Hand hielt… 😉 Ach, ich liebe dieses Schild einfach!
Wie schon die hübsch gestalteten Papierkörbe (siehe erstes Bild oben) zeigen: Astoria lebt von der (Lachs-)Fischerei. Fischkutter direkt habe ich zwar keine gesehen, aber durchaus so allerlei Zubehör:
Dass Dinge, die im Wasser stehen, auch rosten, ist wenig erstaunlich – aber für mich trotzdem faszinierend und schön. So schön, dass mir ein Bild davon gar nicht genügt 😉 :
Hach, und das hier ist eins meiner Lieblingsfotos:
Und was setzt sich noch an, wenn etwas im Wasser steht, z. B. etwas aus Holz*? Richtig: Moos oder Algen:
Aber für alle, die mit solch „Gerümpel“ nichts anfangen können 😉 – ich habe auch noch ein paar „schöne“ Bilder vom Fluss:
Ich liebe ja, wie sich hier das Weiß der Häuschen in den Wolken sozusagen widerspiegelt.
Und wisst ihr, wer oder was so richtig viel Lärm macht?
Hunderte – oder gar tausende, wie ich gelesen habe – von Seelöwen, die Anlegestellen „gekapert“ haben:
Die scheinen tatsächlich ein Problem für die Schifffahrt in Astoria zu sein, da es anscheinend schon eine Reihe von Vorschlägen gegeben hat, wie man die Seelöwen vertreiben könnte, u.a. das Verspritzen von Walurin oder den Einsatz von Orca-Attrappen. 😮
Astoria liegt an der Mündung des Columbia River, der an dieser Stelle 6 km breit ist und die Bundesstaaten Washington und Oregon trennt.
Quelle: city-data.com
Seit 1926 gab es Fähren, die den Verkehr zwischen den Ufern von Oregon und Washington zuließen. Allerdings fuhren diese Fähren z. B. bei schlechtem Wetter nicht, sodass eine Brücke geplant wurde. Der Bau dauerte von 1962-1965. Das scheint mir eine vergleichsweise kurze Baudauer – schließlich ist die Ausleger-Fachwerkbrücke (cantilever through truss bridge) mit 6,5 km Länge die längste durchgehende Fachwerkbrücke in Nordamerika (laut Wikipedia). Beim Closeup kann man ganz gut die Fachwerktechnik erkennen, die ja bei uns, gerade auch in Bayern, auch im Häuserbau Tradition hat.
Ich fand die Brücke auf jeden Fall wunderschön!
Doch welche Farbe trägt diese Brücke? Im Gegenlicht sah sie einfach grau oder schwarz aus, doch dann bin ich unten durch auf die andere Seite gelaufen –
– und siehe da:
Ja, sie ist tatsächlich grün!
Bei den letzten Ausläufern auf der anderen Seite ist davon natürlich aus der Ferne wieder nichts mehr zu sehen:
Zuletzt noch mein Lieblingsbild – die frühe Abendsonne, die nur ein paar Strahlen durch die Wolken ließ, hat für eine melancholische Stimmung gesorgt:
OK, anscheinend habt ihr euch an den Bildern von Mt. Rainier inzwischen satt gesehen – da sollte ich schauen, dass ich schnell an die Küste von Oregon komme, damit ihr mal etwas anderes seht.
Trotzdem noch ein paar letzte Bilder vom Abreisetag, zumal sich da mein Berg völlig unbewölkt zeigte. War schon ein bisschen schwer, sich da loszureißen…
Erster Zwischenstopp auf dem Weg aus dem National Park heraus, waren die Narada Falls. Zwar habe ich die schon mindestens zweimal gesehen, aber an Wasserfällen kann ich mich kaum satt sehen!
Unterwegs haben mich auch mal wieder einige eigentlich – angesichts dieser Naturschönheit – eher hässlichen Alltagsgegenstände zum Fotografieren animiert:
Ich finde den Namen der Dixie-Klo-Firma einfach reizend! 😀
Doch zurück zur Natur.: der Nisqually River, der aus dem Nisqually Glacier entspringt, zeigt sich eigentlich mehr als rauschender Bach, denn als Fluss.
Das Flussbett beweist, dass hier auch schon mal mehr Wasser den Bach runtergeflossen ist (pun intended 😉 ). Die Wurzel im ersten Bild habe ich auch vor fünf Jahren schon fotografiert, was wiederum die Annahme bestätigt, dass der Bach schon lange kein reißender, breiter Fluss mehr ist – der globalen Erwärmung sei Dank.
Und als kleiner Beweis dafür, dass ich auch wirklich selbst dort war, nun noch ein Bild mit mir, wenn auch nur von hinten.
Als ich mich schweren Herzens von Rainier verabschiedet hatte, ging es weiter Richtung Astoria, der ersten Siedlung an der Westküste. Ich hatte u.a. diesen Ort ausgewählt, weil es dort auch eine schöne Brücke (Astoria-Megler Bridge) gibt. Aber auch schon auf dem Weg dahin fuhr ich über eine Brücke, die es mir irgendwie angetan hatte.
Gar nicht so einfach, während des Fahrens einhändig ein Foto mit meiner Kamera zu machen…
Der Berg im Hintergrund dürfte Mount St. Helens sein, der seit seinem Ausbruch 1980 keine Spitze mehr hat:
Weiter geht’s dann im nächsten Beitrag mit Astoria, Oregon, dem Städtchen, in dem z. B. The Goonies gedreht wurde.
Am zweiten Tag zeigte sich Mt. Rainier in (fast) voller Größe.
Da fiel es mir leicht, mich auf meine etwas längere Tour zu machen: Zuerst wollte ich den Lakes Trail bis zu den Reflection Lakes nehmen und dann entweder noch zum Pinnacle Peak wandern oder zum Snow Lake. Ich habe mich letztlich für Snow Lake entschieden, weil ich dort noch nie gewesen war.
Doch zuerst musste ich nochmal an Myrtle Falls vorbei – schließlich war heute bestes „Postkartenwetter“. Zum Vergleich auch nochmal das Foto vom Vortag:
Schon schön, oder? 🙂
Bevor ich Richtung Reflection Lakes abbog und ich mich dann ständig umdrehen musste, um Rainier doch immer wieder zu bewundern, noch ein Blick auf die spätsommerliche Bergwiese mit Vulkan Rainier im Hintergrund:
Doch, wie gesagt, immer wieder drehte ich mich um, meist um prompt einen Seufzer, wie „Ach, wie schön!“ loszulassen.
Auf dem Weg sah ich auch ein paar Tiere:
Auch wenn die „echten“ Reflection Lakes weiter unten warten, findet man am Rande des Weges einige kleine Seen oder Teiche, die sogar besser für Reflexionen wären, weil kaum Wind hinkommt. Aber leider hat sich der Berg nicht darin gespiegelt.
Aliens sind offenbar auch schon im National Park gelandet:
Man hat einen tollen Blick von oben auf den Louise Lake!
Aber auch ansonsten ist der Blick von diesem Standort aus nicht zu verachten:
Leider war es zu windig, um richtig gute Reflexionen des Berges in den Reflection Lakes einzufangen. Aber es ist trotzdem einfach ein wunderschöner Anblick!
Nach einer kurzen Rast ging es weiter Richtung Snow Lake. Dafür musste ich erst ein Stück auf dem Wonderland Trail wandern (ein Weg rund um den Berg) und dann ein paar hundert Meter auf der Straße zum Trailhead laufen. Der Bench and Snow Lakes Trail wird als „leicht“ beschrieben, war aber tatsächlich ganz schön anstrengend, weil es gegen Ende ziemlich steil bergauf ging. Auch hier wandte ich den Blick hin und wieder zurück, um dann solche Anblicke des Mt. Rainier präsentiert zu bekommen:
Der steile Aufstieg lohnt sich allerdings: der Snow Lake ist wirklich wunderschön – und auch an einem Sonntag in den Sommerferien kaum besucht.
Auf dem Weg zur „toilet with a view“ (meine Wortkreation) hat man nochmal einen etwas anderen Blickwinkel auf den See:
Auf dem Rückweg musste ich erstmal den selben Weg zurück, wieder an den Reflection Lakes vorbei, die mich zu weiteren Fotos verführten. Kennt jemand noch Bob Ross? 😉
Nun war ich schon ziemlich schlapp, musste ja aber jetzt wieder Richtung Paradise aufsteigen. Da habe ich nicht mal mehr den kleinen Umweg zu den Narada Falls gewagt – mir tat schon alles weh… Für Fotos habe ich auch nur noch selten angehalten – aber ganz ohne ging es natürlich auch nicht. 😉
Endlich am Parkplatz unterhalb des Paradise Inn angekommen, bot sich auch nochmal ein wunderschöner Blick:
Nach dieser Tour hatte ich das Gefühl, keinen weiteren Schritt mehr gehen zu können – meine Knie meckerten, die Waden und Oberschenkel schrien auch vor Schmerzen – doch nach einer heißen Dusche, Tee und Scones, fühlte ich mich gestärkt genug, um nochmal rauszugehen und ein bisschen Abendstimmung einzufangen.
Bei meinem kleinen Abendspaziergang leisteten mir ein paar Rehe Gesellschaft:
Die letzten Sonnenstrahlen sorgten für schöne Stimmungen.
Direkt am Parkplatz nahm ein Streifenhörnchen sein Abendessen ein:
So cute! ❤ Ein schöner Abschluss dieses anstrengenden Tages voller beeindruckender Aussichten und Anblicken! 🙂
Of all the fire mountains which like beacons, once blazed along the Pacific Coast, Mount Rainer is the noblest.
John Muir ( „patron saint of the American wilderness“)
1994 arbeitete ich einen Sommer lang in Paradise, genauer in der Snack Bar des Paradise Inn im Mt. Rainier National Park auf ca. 1600 Meter Höhe. Damals habe ich mich in diesen Berg (genauer: Schichtvulkan) verliebt – und diese Liebe wurde auch bei meinem dritten Besuch seit damals wieder entfacht… ❤
Ein Grund, warum ich immer wieder in diese Region (Washington State) reise, ist, dass ich dort vor 22 Jahren beim Wandern über die Schneegrenze eine Frau kennengelernt habe, mit der mich bis heute eine Freundschaft verbindet – generationsübergreifend, denn sie ist inzwischen 87 Jahre alt. Da ich ihr während meiner letzten USA-Reise (2015) mit meiner Nichte keinen Besuch abstatten konnte, hatte ich noch im letzten Herbst entschieden, dass ich heuer doch schon wieder in die USA reisen würde, denn beim Alter meiner Freundin schien mir ein Aufschub wenig ratsam.
Leider ging es ihr dann auch in der ersten Hälfte des Jahres gesundheitlich recht schlecht, und obwohl sie dann im August schon deutliche gesundheitliche Fortschritte gemacht hatte, klappte unser ursprünglicher Plan, gemeinsam ein paar Tage auf dem Mt. Rainier zu verbringen und dann noch zusammen Freunde von ihr in Oregon zu besuchen, leider nicht. Aber sie ließ es sich nicht nehmen, wenigstens für ein paar Stunden mit mir nach Paradise zu fahren, dort ein Mittagessen einzunehmen, bevor sie dann ihr Sohn wieder abholen sollte.
Auf der Fahrt sahen wir eine recht ungewöhnliche Wolke:
Wenn man die Route über Chinook Pass nimmt, hat man von Tipsoo Lake aus einen ersten Blick auf den höchsten Berg der Cascade Range (4.392 m):
Man könnte ja erwarten, dass der Anblick eines Berges, den man schon ganz schön oft gesehen hat, kaum mehr eine emotionale Reaktion hervorruft, aber so ist es bei Mt. Rainier keineswegs. Es raubt einem jedesmal wieder den Atem – auch wenn er sich an diesem Morgen mit „Mütze“ präsentierte!
Leider war der Berg, bis wir in Paradise angekommen waren, komplett in Wolken gehüllt.
Blick vom Parkplatz des Paradise Inn Richtung Berg
Trotzdem habe ich mich am späten Nachmittag, nachdem meine Freundin wieder abgereist war, auf eine erste Wanderung gemacht.
Der Skyline Trail sollte mich evtl. bis zum Panorama Point führen, doch da ich mich erstmal an die Höhe gewöhnen musste und deshalb nicht so schnell vorangekommen bin, wie erhofft, habe ich das nicht ganz geschafft. Außerdem habe ich jede Menge Foto-Stopps eingelegt. sodass ich dann nicht den ganzen Skyline-Loop-Trail gewandert bin, sondern mit dem Golden Gate Trail eine Abkürzung zurück genommen habe.
Blick vom Trail auf das Paradise Inn. Im Hintergrund die Tatoosh Range.
Erste Station musste natürlich Myrtle Falls sein. Allerdings wirkt der Wasserfall ohne Rainier im Hintergrund nicht ganz so hübsch – ihr könnt in meinem nächsten Beitrag dann sehen, was für ein Postkartenmotiv der Wasserfall mit Mt. Rainier ist!
Da Rainier sein Gesicht nicht zeigte, wandte sich mein Blick immer wieder in die entgegengesetzte Richtung, zur Tatoosh Range.
Hier noch ein Blick auf Paradise – ganz schön viele Autos, kein Wunder an einem der letzten Samstage in den Ferien.
Völlig unabgelenkt von Rainiers Schönheit konnte ich mich außerdem auf die kleinen Freuden am Wegesrand konzentrieren. Es gibt 26 Gletscher rund um Rainier, sodass es auch viele kleine Wasserfälle und Bäche gibt:
Flora…
… und Fauna! Endlich sehe ich meine heißgeliebten Marmots (Murmeltiere) wieder:
Aber dann – plötzlich schoben sich die Wolken zur Seite und ich jubelte laut auf: „Wooo – YEAH!!!!“
Von nun an konnte ich meinen Blick kaum abwenden von diesem Berg – gar nicht so einfach, als ich dann auf dem Rückweg war… Schaut selbst – wobei ein Foto diese majestätische Erhabenheit kaum einfangen kann!