• Fotografie: Lost Places #3 – Das Waldsanatorium Schwarzeck (5)

    Mein vorletzter Beitrag zu meiner ersten geführten Lost-Places-Tour (go2know). Heute zu Zimmern, Fenstern und ein paar Detailaufnahmen. Es gibt ein paar echte Lieblingsstücke hier.

    Der Große Speisesaal
    An manchen Ecken (s. o. und darüber das Bild rechts) kam die Decke runter – Vorsicht bei der Begehung ist auf jeden Fall geboten. Manche Räume waren auch zur Sicherheit abgesperrt.
    Rechts Toilettentüren – der Kontrast zwischen Licht und Dunkel war so stark, wie auf dem Bild. Unten ein weiteres Beispiel für den Zustand der Toiletten…

    Eher dokumentarisch sind die Bilder des Klassenraums aus der Zeit, als die SED das Gebäude für Schulungen verwendet hat:

    Was gefällt euch hier besser – bunt (oben) oder schwarz-weiß? Ich möchte gerne erfahren, was auf euch eindringlicher wirkt. Manchmal ist es für mich sonnenklar, aber manchmal bin ich mir sehr unschlüssig.

    Und noch ein Farbtupfer zum Abschluss:

  • Nachgedacht: Foto der Woche #3
    Bild von Aequitas et Veritas, der Urheberin dieser Aktion, Foto (c) Ethan Hoover
    Rest in Peace, Justice Ruth Bader Ginsberg † 18.09.2020

    „My most fervent wish is that I will not be replaced until a new president is installed.“

    So diktierte Ruth Bader Ginsberg ihrer Enkelin wenige Tage vor ihrem Tod. Quelle npr.org

    Meine Gefühle schwanken zwischen Dankbarkeit, Trauer, Angst und Wut.

    Dabei muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich bis heute gar nicht so viel über Ruth Bader Ginsberg (RBG) wusste. Doch die Nachricht über ihren Tod hat Samstag Morgen ganz Twitter umgetrieben – und neben Beileidsbekundigungen reagierten viele auch mit einem simplen „Fuck“ oder „No“. Dass sie zur liberal (ich verwende den englischen Begriff, weil der nicht mit dem, was in Deutschland unter „liberal“ im politischen Sinne verstanden wird, identisch ist) Seite des Supreme Court gehörte, wusste ich natürlich und auch, was es bedeuten würde, wenn Trump noch jetzt vor den Wahlen Anfang November den Senat (mehrheitlich republikanisch) dazu bewegen könnte, einen Richter nach Trumps Gusto einzusetzen – dann stünden drei liberale Richter sechs konservativen gegenüber… Wenn dann Trump a) noch einmal gewänne (oder gewönne, beides existiert laut Duden) oder b) knapp verlöre und das Ergebnis anföchte, hätte er den Supreme Court unter Umständen klar auf seiner Seite. Dieses Szenario macht mir Angst.

    Wütend macht mich, dass jetzt schon von allen Seiten von den Republikanern – natürlich auch Trump – gefordert wird, jetzt möglichst schnell einen neuen Richter einzusetzen. Und das, obwohl der Senat (Senate Leader Mitch McConnell) sich 2016 geweigert hat, im Wahljahr (jedoch neun Monate vor der Wahl!) über den von Obama vorgeschlagenen Kandidaten abzustimmen. Jetzt ist natürlich alles anders und der Hashtag #FillTheSeat trendet bei Anhängern der Republikanern…

    Die noch ekelhafteren Tweets gegen RBG (z. B. von sogenannten „Pro-Life“ Abtreibungsgegnern) will ich gar nicht hier wiedergeben…

    Jetzt habe ich den Dokumentarfilm RBG (- Ein Leben für die Gerechtigkeit; 2018) auf Amazon Prime angesehen und bin voller Bewunderung für diese Frau, die sich ihr ganzes Leben lang für Gleichberechtigung in den USA eingesetzt hat – und Frauen durch ihre Stellung am Obersten Gerichtshof auch gezeigt hat: Die Verfassung ist auf eurer Seite.

    Bei ihrem Kampf für Gleichberechtigung hat sie auch mal „die Seiten gewechselt“ und 1975 einen alleinerziehenden Vater vertreten, dem als Witwer keine finanzielle Unterstützung zugestanden wurden, weil diese Zuwendungen nur für Witwen vorgesehen waren. Aber auch dieser Fall zeigte natürlich, dass Frauen und Männer eben nicht gleich vor dem Gesetz waren.

    Seitdem sie Supreme Court Justice war, wurde sie auch berühmt-berüchtigt für ihren „Dissent“, also dass sie sich auch gegen die Mehrheitsmeinung der anderen Richter gestellt hat und das auch immer sehr klar formuliert hat. So wurde „I dissent“ ein beliebtes Motiv für allerlei Merchandise und sie bekam den Spitznamen „Notorious RBG“:

    RBG hat für die Gleichberechtigung – nicht nur von Frauen – in den USA enorm viel bewegt und hat dafür auch meinen Dank, auch wenn ich natürlich nicht direkt davon betroffen bin. Doch sie hat mich auch durch ihre Freundschaft zu ihrem Kollegen Antonin Scalia (gest. 2016) beeindruckt. Die beiden standen politisch sehr weit auseinander, hatten z. Tl. wirklich völlig andere Rechtsauffassungen, und trotzdem verband sie eine innige Freundschaft. Das ist in der heutigen aufgeheizten Stimmung zwischen den politischen Lagern kaum vorstellbar.

    Auch an mir selbst habe ich das beobachtet – kann ich Trump-Anhänger*innen, Afd-ler*innen, Coronaleugner*nnen, Terfs, homophoben Menschen etc. so entgegentreten, dass ich die Politik beiseite lassen kann? Wie gehe ich damit um, wenn ein Mensch, den ich eigentlich schätze, politische und/oder weltanschauliche Meinungen vertritt, die meinen krass widersprechen? Ganz ehrlich: Ich habe Ruth Bader Ginsbergs Größe nicht (mehr?). Schon kleinste Reibungen können mich nachhaltig beschäftigen und wenn es um Grundsätzliches geht, schotte ich mich meistens ab – umgebe mich mit Leuten aus derselben „Bubble“.

    Ich frage mich, ob das schon immer so war. Es scheint mir aber in den letzten Jahren eher zugenommen zu haben. Man könnte es so interpretieren: Ich stehe mehr zu meiner eigenen Meinung, ja, und ich meine wohl auch, auf der „richtigen Seite“, auf der „Seite der Guten“ zu stehen. Da fällt es schwerer, andere Meinungen auszuhalten, und das Gegenüber erstmal so zu akzeptieren, wie er*sie ist. Ich erfahre z. B., dass der Schauspieler Dean Cain, den ich auf einer Comiccon als sehr sympathisch und aufgeschlossen wahrgenommen habe, Trump-Anhänger ist, und schon ist meine positive Erinnerung an ihn mit einem Makel behaftet und das gemeinsame Foto mit seinem Autogramm darauf verschwindet ganz unten im Stapel.

    So sehr es wichtig ist, Stellung zu beziehen und für seine Meinung einzustehen, zeigt RBGs Beispiel doch, dass man nicht automatisch alle Menschen aus seinem Leben verbannen muss (soll?), die anderer Meinung sind. Das gibt mir zu denken. Wäre das nicht eine Möglichkeit, die tiefen Gräben zu überbrücken, zwischen MAGAs und VoteBlue-Anhängern in den USA, zwischen Brexiters und Remainers in UK, aber auch hier bei uns in Deutschland? Was meint ihr? Ich fürchte, es ist eine utopische Vorstellung, aber gleichzeitig weiß ich langsam nicht mehr, wie eine Versöhnung erwirkt werden könnte. Das macht mich wieder traurig und es macht mir schmerzlich bewusst, dass Ruth Bader Ginsberg fehlen wird.

  • Mit dem Fotoapparat unterwegs in Thüringen: Rundwanderung ab Schwarzburg

    Noch zwei Beiträge zum Urlaub mit dem Stepnwolf im Schwarzatal (plus zwei Beiträgen zur Lost-Places-Fototour), dann liegen die Sommerferien auch fotografisch hinter mir. (Das erinnert mich daran, dass ich auch noch Beiträge zu Hamburg aus dem letzten Jahr auf Halde liegen habe… *seufz*)

    Am Montag machten wir uns auf zur Rolle-Trippstein-Runde, die ich auf komoot gefunden hatte.

    Inzwischen war es nicht mehr so heiß, ziemlich perfektes Wetter fürs Wandern. Dafür war es streckenweise etwas bedeckt, sodass ich weniger strahlende Farben zu bieten habe.

    1. Etappe: Schwarzburg – Hirschtränke – mit einem schönen Blick auf das Obere Schwarzburg

    2. Etappe: Helenensitz – Viehruh – Dürres Schild

    3. Etappe: Runter zur Schwarza – dann wieder hoch: Rolle – Suppenschüssel

    Suchbild: Finde die Fotografin! Copyright by DerStepnwolf 🙂

    4. Der Höhepunkt: Trippstein – mit einem wunderschönen Blick auf ganz Schwarzburg und Burkersdorf oder Dittersdorf

    Zurück im Hotel: Von dort aus kann man die Trippstein-Hütte sehen (mit starkem Zoom).

  • Fotografie: Himmel #38
  • Nachgedacht: Foto der Woche #2
    Bild von Aequitas et Veritas (c) Ethan Hoover

    So, ich habe mich jetzt entschieden, die Blog-Aktion von Aequitas et Veritas für mich weniger in der Fotografie-Ecke zu verorten, sondern daraus eher eine Reihe zu machen, in denen ich „über Gott und die Welt“ rede, angeregt durch ein Foto. Früher habe ich so häufig meine Geburtstagswünsche/-gedichte verfasst – und eigentlich war es lange Zeit ein Wunsch, einmal auch so ein „Spruch-Bändchen“ herauszugeben – mit meinen Fotos und meinen Gedanken dazu. Bisher habe ich nicht vor, hier Lyrik zu verfassen, aber wer weiß, wozu mich meine eigenen Fotos noch so inspirieren werden…

    Das Foto, das ich für heute ausgewählt habe, stammt vom letzten Sonntag, und da es ja durchaus Sichtweisen gibt, nach denen der Sonntag der erste Tag der Woche ist, erlaube ich mir mal, das Foto herzunehmen.

    Wenn ich meine Runde durch den Pasinger Stadtpark drehe, komme ich am Schluss immer an einer Wiese mit leichtem Hügel zur Straße hin vorbei, wo im Winter – so tatsächlich einmal Schnee liegt – gerne gerodelt wird. Am Fuße des Hügels steht eine Gemeine Esche, die seit 2004 in der Liste der Naturdenkmäler Münchens steht. Es ist ein toller Baum, dem ich aber irgendwie noch nie richtig nahe gekommen war. Ich habe sein majestätisches Aussehen immer von fern bewundert. Doch letzten Sonntag sah ich, wie ein Paar vom Fußweg aus sehr intensiv zum Baum schaute, und nun sah ich es auch:

    Der Schrei von Edvard Munch! Jemand hatte offenbar mit dem Ruß der verbrannten Stelle unten das Gesicht auf die Stelle gemalt, an der die Rinde abgegangen war (Vergleichbilder, wie dieses, laut Wikipedia vom Mai dieses Jahres, zeigen, dass diese Stelle vorher auch schon da war, nur ohne Gesicht).

    Nun ist dieser Baum ja, wie gesagt, ein Naturdenkmal, und normalerweise wäre ich entrüstet über so eine Verschandelung, aber ich möchte dem Maler eigentlich Twitter-like zurufen: I feel you!

    Man kommt ja 2020 aus dem Schreien gar nicht mehr heraus. Gerade aktuell schockieren mich die Bilder von orangefarbenen Himmeln über Städten wie San Francisco – Bilder wie aus Blade Runner 2049, faszinierend und entsetzlich. Die Waldbrände in Kalifornien, Oregon und Washington machen mich auch deswegen so betroffen, weil ich dort schon unterwegs war und auch Menschen kenne, die z. B. in Oregon wohnen. Zum Glück leben sie von den Bränden relativ weit entfernt, eher in Richtung Küste, aber auch dort galt bis vor wenigen Tagen die Luftqualität „highly hazardous“, dann wurde sie auf „unhealthy“ hochgestuft. Wobei das inzwischen auch schon wieder anders sein könnte, nachdem Portland jetzt auch schon mehr betroffen ist (sie wohnen noch eine ganze Ecke westlich von Portland). Jahr für Jahr werden die Waldbrände verheerender in dieser Region. Aber hey, Klimawandel ist ja nur ein „Hoax“…

    Apropos Hoax: Heute (Samstag) war ja die Demo „Querdenken 089“ hier in München unterwegs. Da möchte ich auch nur schreien. Ey, Leute, euer Guru Attila Hildmann setzt dann doch auch eine Maske auf, wenn er zum Arzt muss (das entsprechende Foto ging durch Twitter), und bezeichnet euch, seine Anhänger, als Idioten, wenn ihr das nicht versteht, dass er in dem Fall keine andere Wahl hat. Ich meine, ich werde mal sehen, wie es wird, wenn ich wirklich sechs Stunden mit Maske unterrichten muss (Montag z. B.). Klar, das ist schon anstrengender. Aber, ehrlich gesagt, ich habe ja in den ersten Tagen wahrscheinlich mehr Lehrervortrag gemacht als sonst – auch vier Unterrichtsstunden hintereinander – und fand das nicht sooo schrecklich. Schwieriger wird es, eine gute Lösung für das Miteinander in vollen Klassen ohne MNS-Pflicht zu finden. In meiner Klasse z. B. fragte gleich am ersten Schultag eine Schülerin, wie das denn sicher sein soll, wenn nach zwei Wochen dann die Maskenpflicht fällt und sie so eng aufeinander hocken. Tja, die Frage stelle ich mir auch. Ein Teil der Klasse würde vermutlich (gerne) den MNS weiterhin tragen, doch kam dann gleich die Gegenfrage, ob man dann gezwungenermaßen mitmachen muss, auch wenn man die Maske nicht tragen will, wenn die Klasse z. B. 60:40 abstimmt. Zwingen kann ich sie natürlich nicht, wenn die Pflicht fällt, aber da die Maske ja immer die ANDEREN schützt, ist es auch irgendwie totaler Quatsch zu sagen, wer die Maske tragen will, trägt sie, wer nicht, nicht. Das wird mir noch schlaflose Nächte bereiten… Auf Twitter gibt es den Hashtag #BildungAberSicher. Nun ja.

    Was die Politik anbelangt, möchte man auch an allen Ecken und Enden schreien: bis zu 150 unbegleitete Minderjährige will man also in Deutschland laut Horst Seehofer aufnehmen – von den über 12.000 Menschen aus dem nun heruntergebrannten Flüchtlingslager Moria. Wow. Das ist ja schon eine ganze Menge… Naja, die anderen Geflüchteten haben ja alle gemeinsam den Brand gelegt, die kann man natürlich nicht ins Land holen. Wofür steht eigentlich nochmal das „C“ in CDU/CSU?

    Und einer schafft es ja, dass ich täglich so schreien möchte wie die Figur auf dem Baum. Ich weiß ehrlich nicht, was ich tun würde, sollte Trump im November wiedergewählt werden. Momentan sieht es ja danach aus, dass er an potentiellen Wählerstimmen verliert – wobei ich es tatsächlich etwas schwach finde, dass sich etliche Veteranen erst jetzt gegen Trump positionieren, wegen dessen abfälligen Aussagen über Kriegsveterane -, aber diesmal glaube ich erst, dass er abgewählt ist, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Ob Biden die verhärteten Fronten im Land versöhnen kann, weiß ich allerdings auch nicht so recht. Sicher weiß ich nur, das Trump das Gegenteil tut. Wenn bzgl. Polizeibrutalität und systematischem Rassismus nicht bald etwas passiert, sehe ich nicht viel Hoffnung auf Versöhnung…

    Der Schrei ist einfach das Meme für das Jahr 2020 (seit März). Ob 2021 besser wird?

  • Fotografie: Lost Places #3 – Das Waldsanatorium Schwarzeck (4)

    Nachdem ich heute eine reiche Ausbeute an Fotos von der stillgelegten S-Bahn-Station Olympiastadion gemacht habe, wird es Zeit, dass ich die Schwarzeck-Reihe weiter vorantreibe, damit ich euch dann auch irgendwann die Bilder aus München zeigen kann…

    Heute sind Spielothek und Disco dran, die interessanterweise in oberen Stockwerken (die Disco ganz oben) untergebracht waren, und zwar in verdunkelten Räumen, wie auch hier in der Spielothek gleich im ersten Raum – da musste mal wieder meine Handy-Taschenlampe herhalten… Einige dieser Bilder sind eher dokumentarisch und haben keinen besonderen künstlerischen Anspruch…

    In der Disco war es komplett dunkel. Die Veranstalter der Tour hatten allerdings ein paar Schwarzlichtlampen aufgestellt, wodurch interessante Effekte entstanden. Die „Rückenansichten“ der Damen habe ich speziell für eine gewisse Person abgelichtet… 😉

    Einmal die Bar mit Handy-Taschenlampe, einmal mit Schwarzlicht.

    Das ist übrigens dieselbe Dame vom Bild oben rechts.

    Vorherige Beiträge:

  • Mit dem Fotoapparat unterwegs in Thüringen: Zwei Talsperren

    Also gut, ganz mithalten können die Talsperre Leibis-Lichte und die Hohenwartetalsperre nicht mit dem Glen Canyon Dam (Arizona) und dem Hoover Dam (Grenze zwischen Arizona und Nevada), insbesondere, was die Höhe der Staumauern anbelangt. Trotzdem beeindrucken mich solche Bauwerke immer.

    Die Talsperre Leibis-Lichte liegt im Schwarzatal und war von Schwarzburg aus mit dem Auto in 10 Minuten zu erreichen.

    Es war der heißeste Tag der Woche (ca. 33°C), also war mein Vorschlag, nur mal kurz zur Talsperre zu fahren – vor allem auch, weil wir am Tag vorher ja diese große Wandertour gemacht hatten. Nun, um auch auf den Staudamm zu kommen, mussten wir dann aber doch wieder ein Stück wandern – bergauf.

    Der Blick von oben lohnt sich aber halt auch immer.

    Auch in die andere Richtung.

    Wir haben uns dann doch noch die kleine Wanderung von 5,7 km (ab Parkplatz unten) vorgenommen, ein Stück weit auch in der Hoffnung, dass man irgendwo direkt ans Wasser kommt. Das war leider nicht möglich, der geteerte Weg führte nicht direkt am Wasser entlang (wohl auch deswegen, weil es sich ja um eine Trinkwassertalsperre handelt). Schön war es trotzdem – auch wenn die Sonne ziemlich unbarmherzig herunterbrannte.

    Am Schluss waren wir also froh, wieder unten angelangt zu sein – und haben uns auf dem Heimweg in der wohl einzigen „Eisdiele“ (Teil eines Hotel-Restaurants) in der Region ein leckeres Eis gegönnt.

    Die Hohenwartetalsperre haben wir überquert, als wir von unserer Wanderung zur Ziemestalbrücke, einer alten Brücke der stillgelegten Bahnlinie Triptis – Marxgrün der Thüringer Oberlandbahn (es wird auch dazu einen Beitrag geben), zurück ins Schwarzatal fuhren. Während die Talsperre Leibis-Lichte ja ein recht neues Bauwerk aus diesem Jahrtausend ist, sieht man der Hohenwartetalsperre an, dass sie schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat. Die viertgrößte Talsperre Deutschlands wurde von 1936 bis 1942 erbaut, und man kann einfach mit dem Auto darüber fahren. Das mussten wir auch zuerst tun, weil unser Tank fast leer war. Aber nachdem wir im nächsten Ort endlich eine Tankstelle erreicht hatten, fuhren wir mit vollem Tank nochmal zurück, damit wir uns die Anlage, die von der Vattenfall GmbH betrieben wird, noch etwas näher anschauen konnten.

    Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte I

    Jeweils im Hintergrund (oben) ist Hohenwarte II zu sehen, das größte Wasserkraftwerk an der Saale mit einer Fallhöhe von 304 Metern. Davon haben wir leider nur die Rohrleitungen gesehen.

    Der Stausee hat eine beachtliche Länge von 27 km und wird rege für den Wassersport und für Bootstouren genutzt.

  • Fotografie: Himmel #37

    Die erste Schulwoche hat sich gleich recht stressig angelassen, sodass ich gar nicht dazugekommen bin, mit dem Fotoapparat spazierenzugehen. Immerhin bin ich alle Wege (zur Schule, zum Arzttermin, etc.) zu Fuß gegangen, sodass ich zumindest etwas Bewegung hatte.

    Das Foto allerdings habe ich mal wieder von meiner Dachgeschosswohnung aus gemacht, und zwar gestern Abend. Nicht so spektakulär, aber irgendwie passt es zu meiner heutigen Stimmung. Die dunklen Wolken stehen stellvertretend für die fiese Migräne, die heute über mein ansonsten eigentlich positiv – pastell – eingestelltes Gemüt zieht. Aktuell sind die Wolken schon fast weitergezogen, aber sie hinterlassen ein graues, mattes Gefühl von Schwäche und Unzulänglichkeit – schon in der ersten Schulwoche eine Krankmeldung… :-/

  • Fotografie: Foto der Woche #1
    Bild von Aequitas et Veritas.

    Ja, genau, was hier auf dem Blog noch fehlt, sind weitere regelmäßige Fotobeiträge… 😀 Ich würde wirklich wieder mehr schreiben, aber ich fürchte, längere Rezensionen werden auch in nächster Zeit eher selten bei mir auftauchen, da das nun beginnende Schuljahr sicher wieder anstrengend wird, zumal ich diesmal Vollzeit arbeite und es durchaus nicht auszuschließen ist, dass ich parallel Präsenz- und Distanzunterricht abhalten werden muss.

    Deswegen nehme ich die Idee von Aequitas et Veritas dankend an und werde nun versuchen, an jedem Sonntag im verbleibenden Jahr 2020 ein Foto aus der letzten Woche zu posten und ein paar Worte dazuzuschreiben. Dabei werde ich hier sicherlich keine Himmel-Fotos posten, und wohl auch keine Bilder von Lost Places. Vielmehr werde ich Fotos auswählen, die ich sonst vielleicht nicht unbedingt veröffentlicht hätte, weil sie thematisch nirgends so richtig dazupassen. Wie dieses hier:

    Diese beiden Kraftpakete stehen auf dem Grundstück (Wiese, Koppel) hinter dem elterlichen Grundstück in Oberfranken. Als ich letzte Woche mit meiner Schwester spazieren war, haben wir angesichts der Pferde darüber gesprochen, wie sich der Traum – den wir beide als Mädchen hatten – ein eigenes Pferd zu haben, nicht erfüllt hat, und warum es jetzt auch irgendwie zu spät ist.

    Die Pferde auf dem Foto werden nicht geritten. Die Besitzerinnen haben sie als Fohlen vor einem schlimmeren Schicksal gerettet, reiten aber selber nicht. Nun könnte meine Schwester, die im Haus neben meinen Eltern wohnt, ja anbieten, die Pferde zu reiten. Aber Reiten ist eben nicht wie Fahrradfahren, schon allein weil Pferde eben Lebewesen mit ihrem eigenen Kopf sind. Unsere Reiterfahrungen liegen Jahrzehnte zurück, jetzt Pferde sozusagen einzureiten, die das nicht gewöhnt sind, wäre dann doch eine sehr große Herausforderung. Dazu kommt, dass man mit zunehmenden Alter auch irgendwie weniger risikobereit ist – so einen Sturz vom durchgehenden Pferd würden unsere Knochen wahrscheinlich nicht mehr so gut wegstecken wie sie das, als wir Jugendliche waren, getan haben.

    Außerdem ist der Traum des eigenen Pferdes schon allein deswegen nicht mehr so attraktiv, weil man damit doch recht angebunden ist. Längere Urlaubsreisen, spontane Wochenendtrips – das sind so Dinge, die nun keine von uns aufgeben möchte.

    So bleibt das eigene Pferd ein vergangener Kindheits-/Jugendtraum – und doch haben wir beide noch einen Pferde-Traum, eine Sehnsucht, die irgendwie unterschwellig immer da ist: Einmal am Meer entlang galoppieren…

  • Fotografie: Lost Places #3 – Das Waldsanatorium Schwarzeck (3)

    Gänge und Treppenhäuser waren attraktive Motive, auch wenn es manchmal eine echte Herausforderung war, diese zu fotografieren, weil sie manches Mal doch sehr schlecht beleuchtet waren.

    Hier ein Beispiel dafür:

    So sah dann der weitere Treppenaufgang von unten nach oben fotografiert aus:

    Dieses Treppenhaus hatte es mir wirklich angetan.

    Licht-und-Schatten-Spiele bieten sich natürlich auch für Schwarz-Weiß-Aufnahmen an.

    Es gab so viele verschiedene Treppenhäuser, dass man sich ganz schön verlaufen konnte…

    Da unsere Fototour etwas dadurch behindert wurde, dass im Hauptbau alles für eine Art „Tag der Offenen Tür“ vorbereitet wurde, und so z. B. der Große Speisesaal nicht „original“ aussah, durften wir noch in das Gästehaus – ein DDR-Bau mit Charme… oder so.

    Die Film-Noir-Variante der Treppe