• Fotografie: Lieblingsorte #44

    Ich muss nochmal zurück nach Sylt (siehe Lieblingsorte #16 ), denn eigentlich ist ja die ganze Insel (insbesondere die Westküste) einer meiner Top-Lieblingsorte. Also habe ich überlegt, welchen weiteren Ort ich hier vorstellen kann, v. a. angesichts der Tatsache, dass ich bisher nur einmal mit (einfacher) Digitalkamera dort war und somit nicht viele (gute, digitalisierte) Fotos der Nordseeinsel habe.

    Ich habe mich für den Lister Ellenbogen entschieden, die nördliche „Spitze“ der Insel, zu der ich immer wieder gerne geradelt bin, auch weil dort meistens recht wenig los war (zumindest die 2-3 Male, als ich dort war). Beim letzten Mal (2013) war der breite West- bzw. Nordstrand wirklich fast vollständig leer…

    Natürlich liebe ich diesen Ellenbogen auch wegen der beiden Leuchttürme. Hier zunächst der Leuchtturm List-West:

    Dann durch die Dünen an den verlassenen Nordstrand…

    Und hier sieht man dann auch irgendwann den Leuchtturm List-Ost durch die Dünen spitzen…

    Den sieht man auch von der Südseite aus, also der Wattenmeer-Seite, wenn man genau hinguckt.

    Ich bin ja nicht so ein großer Fan des Wattenmeeres – ich ziehe Wellen vor -, aber auch die Weite hat ihren Reiz…

    Doch mein Blick kehrte auch auf dem Rückweg zum Fahrrad immer wieder zum Leuchtturm zurück,…

    … und Schafe ließen sich auch noch blicken.

    Zumindest bei meinem letzten Aufenthalt fühlte ich mich dort wohltuend alleine – aber nicht einsam. Ich wollte ja auch bewusst Sylt verwandeln – von einer Insel, in die ich mich mit meinem Ex-Mann gemeinsam verliebt hatte, in MEINE Insel. Windgepeitscht am nahezu menschenleeren Strand die Gedanken und Gefühle einfach laufen zu lassen, war auf jeden Fall der Weg, dies zu erreichen. ❤

  • Fotografie: Lieblingsorte #43

    Nachdem ich vor kurzem mal wieder im Nymphenburger Schlosspark war und unbedingt „zu meiner Brücke“ musste – und dort wirklich sensationelle Farben einfangen konnte – , dachte ich mir so, dass sich diese Brücke in den letzten knapp anderthalb Jahren eigentlich auch zu einem echten Lieblingsort entwickelt hat. Es handelt sich um die Brücke am Pagodenburger See (26).

    Normalerweise treibe ich mich ja meistens in der Südhälfte, um die Badenburg, herum, schließlich befindet sich dort auch einer meiner ersten Lieblingsorte in München. Aber seit 2020 habe ich doch auch des öfteren eine große Runde durch den Park gemacht und bin auch am Pagodenburger See vorbeigegangen, manchmal auch erst über Umwege, wenn ich noch weiter nördlich unterwegs war. Und da fiel mir im Mai 2020 offenbar das erste Mal diese Brücke auf (habe kein früheres Bild gefunden).

    Das habe ich mir dann im selben Jahr im Herbst nochmal angesehen…

    Im schneereichen Winter (Februar 2021) habe ich die Brücke das erste Mal (und ausschließlich) von der anderen Seite fotografiert.

    Einen Tag vor meinem Geburtstag war ich dann mal wieder mit meinem Freund im Park unterwegs – diesmal haben mich die Grüntöne regelrecht in Euphorie versetzt…

    … und dann schwamm auch noch ein Schwan durchs Bild! ❤

    Aber ganz ehrlich – das alles war nichts gegen die Ekstase, die die Herbstfarbenexplosion (verstärkt durch die Einstellungen „Toy“ und „Toy Pop“) vor ein paar Tagen ausgelöst haben. ❤ 😮 ❤

    Enjoy!

  • Fotografie: Lieblingsorte #42

    Jetzt, da ich die Nummer 42 hier lese, muss ich mich spontan umentscheiden und heute den Highgate Cemetery in London nennen, weil dort im East Cemetery Douglas Adams begraben ist, dessen Grab ich 2014 besucht und dort einen Kugelschreiber gelassen habe. Fans von Douglas Adams wissen, was es mit der 42 und den Kugelschreibern auf sich hat… 😉

    Ich war tatsächlich erst einmal auf dem Highgate Cemetery, würde aber gerne noch einmal dort hinfahren, schon allein, weil ich damals noch keine gescheite Digitalkamera hatte.

    Der Friedhof ist in einen Ost- und einen Westteil geteilt – den Ostteil kann man auf eigene Faust erkunden, während man den älteren Westteil nur über eine Führung besichtigen kann. Anscheinend aber wurde das zu Coronazeiten jetzt geändert, eine Twitter-Bekannte hat von ihrem Besuch dort vor ein paar Monaten berichtet. Das wäre tatsächlich ein Traum, diesen Teil auch mal im eigenen Tempo zu durchstreifen…

    Hier zunächst ein paar Bilder aus dem Ostteil, in dem doch auch einige Prominente (das Originalgrab von Karl Marx war offenbar weniger pompös) begraben sind.

    Im Westteil war es noch dunkler, sodass nicht so viele richtig gute Bilder entstanden sind.

    Super spannend sind die Gruften.

    Ein Ort, der irgendwie etwas Mystisches hat. Werde ihn bestimmt bei einem meiner nächsten Londontrips mal wieder besuchen.

  • Fotografie: Lieblingsorte #41

    Wenn man nach Garmisch-Partenkirchen fährt, kann man für viel Geld auf die Zugspitze fahren (61 € hin und zurück), oder für die Hälfte mit der Kreuzeckbahn und/oder Alpspitzbahn auf den Osterfelderkopf. Ich war zwar einmal mit meiner amerikanischen Freundin Ruth auf der Zugspitze (damals noch für 48 € oder so), aber schöner zum Wandern – auch weil man ja theoretisch auch hinauf- und/oder hinabwandern kann – ist für mich das „Garmisch Classic“-Gebiet zwischen Kreuzeck und Osterfelderkopf.

    Kennengelernt habe ich diesen Teil der bayrischen Alpen durch meinen Ex-Freund, der dort auch eine Zeit lang seinem Hobby Gleitschirmfliegen nachging (in den beiden Bildern von 2015 unten zu sehen).

    Während er also vom Kreuzeck runterflog, wanderte ich von dort zum Osterfelderkopf. Es gibt einen breiten, leichten Wanderweg, doch ich nahm den steileren und für mich (Höhenangst!) schwierigeren Aufstieg, weil der Weg z. Tl. sehr schmal und direkt am Abhang verlief…

    Doch der Aufstieg lohnt sich…

    … vor allem, wenn man sich auf den Alpspix traut – was mir 2012 mit Hilfe eines älteren Herrn gelungen ist, der es offenbar als seine Mission sah, Menschen mit Höhenangst zu betreuen.

    Der breitere Weg zurück zum Kreuzeck ist landschaftlich auch absolut hinreißend. Die Fotos stammen von 2015 und vom Herbst 2018, als ich mit dem Stepnwolf das erste Mal da oben war. Bei der gemeinsamen Wanderung mit ihm habe ich weniger Fotos gemacht, vor allem auch, weil wir uns dann dazu entschlossen, komplett ins Tal runterzuwandern (ohne Wanderstöcke), was irgendwann nur noch schmerzhaft war, sodass ich keinerlei Bedürfnis hatte, Fotos zu schießen. Das nächste Mal nur noch Aufstieg!!!

    Das Herz von oben drückt sehr gut aus, wie sehr ich diese Berge liebe – wahrlich ein Lieblingsort von mir, auf den ich auch – wenn ich mich mal so richtig fit fühle, ähem – mal aufsteigen möchte. Für Muskeln und Gelenke in den Beinen viel besser, dafür geht das dann aber an die Kondition…

  • Fotografie: Lieblingsorte #40

    Als ich 1987 das erste Mal – und dann gleich zweimal im selben Jahr, fällt mir grad auf – in Paris war, habe ich mich in zwei Orte besonders verliebt: Notre Dame und Sacré Coeur bzw. den ganzen Hügel Montmartre mit den vielen Künstlern. Bei meinem ersten Besuch (bei der Familie unseres Austauschschülers Jean-François) im April habe ich dort auch eine Karikatur von mir zeichnen lassen, die ich allerdings auf die Schnelle jetzt nicht gefunden habe… 😥 Allerdings fand ich immer, dass sie mir nicht besonders ähnlich sah.

    Auch als ich im Sommer mit meiner besten Freundin in Paris – unsere erste Interrail-Station – war, zog es mich wieder dort hinauf und wollte das nun auch mit ihr teilen.

    Ich hatte mich damals in die ganze Stadt ziemlich verliebt, lange Zeit sah ich Paris als meine (europäische) Lieblingsstadt an – und doch bin ich dann erst 2019 wieder dort gewesen. Und da hatte ich nur einen Tag zur Verfügung, weil ich eigentlich wegen der Sense8Con nach Paris gekommen war, die aber in einem Hotel nahe des Flughafens stattfand. Da ich aber Freitag früh schon um 6:00 losgeflogen war, konnte ich mir tagsüber die Highlights nochmal ansehen. Da ich mit Montmartre angefangen hatte und dann lange von dort Richtung Eiffelturm lief, bis ich dann doch aufgab und den Rest mit der Métro fuhr, war ich irgendwann so erschöpft (ich war ja schon mitten in der Nacht aufgestanden), dass ich Notre Dame ausgelassen habe. Wenige Wochen später stand Notre Dame in Flammen – und ich weinte. Denn eigentlich hatte ich immer gesagt, dass mir rein von der Kirche her der gotische Dom viel besser gefiel als Sacré Coeur. Und dann habe ich den Besuch „aufs nächste Mal“ verschoben… Nun, er wird zwar wieder restauriert, aber irgendwie tat es wahnsinnig weh, dass ich nicht nochmal dort gewesen war.

    Langer Rede kurzer Sinn: Deswegen (also aus Mangel an aktuellen Fotos) geht es hier heute um Sacré Coeur (nur von außen) und Montmartre samt Blick von dort auf die Stadt – und nicht um Notre Dame.

    Hier nun also ein paar Fotos von meinem Blitzbesuch Ende März 2019.

    Der Ausblick von dort oben ist schon atemberaubend!

    Irgendwann muss ich mir nochmal mehr Zeit nehmen, um diesen Ort und die ganze Stadt wieder neu zu entdecken, auch wenn ja inzwischen London meine europäische Lieblingsstadt ist. Paris scheint im Vergleich so unendlich groß…

    Zum Abschluss noch einige Graffiti und Wandmalereien aus den Straßen von Montmartre auf dem Weg nach unten.

  • Mit dem Fotoapparat unterwegs im Harz #3 (Goslar)

    Mein Freund bestand darauf, dass wir an dem Tag, an dem wir bei der Granetalsperre waren, nur eine kurze Wanderung machten, damit wir am Nachmittag noch nach Goslar fahren konnten. Danke! ❤

    Neben der oben zu sehenden Kaiserpfalz samt Garten, in dem sich diverse Denkmäler und Skulpturen (u. a. der liegende „Goslarer Krieger“ von Henry Moore) befanden, hat Goslar vor allem eins zu bieten: Fachwerkhäuser en masse! Nahezu vergleichbar mit Quedlinburg. Die Altstadt hat daher auch Weltkulturerbe-Status. Zurecht!

    Natürlich gibt es auch Kirchen – in den Bildern zu sehen: die Marktkirche St. Cosmas und Damian & die Neuwerkkirche (innen bunt und außen weiß-grau). Habe gerade gelesen, dass es auch eine Stabkirche in Goslar gibt. Mist, wir waren nicht gut genug vorbereitet!

    Und dann gab es auch einige Details am Straßenrand oder Hinterhöfen:

    Und das Gymnasium sieht halt so aus (not so shabby – Fans von The OA fällt bestimmt ein Detail auf… 😎 )

    Ein paar Motive boten sich für den Kreativmodus „Toy Pop“ an, um die Farben noch mehr „poppen“ zu lassen:

    Sehr hübsch auch der kleine Kanal… (Blüten scharf oder der Hintergrund? Was gefällt euch besser?)

    Zu guter Letzt haben uns auch die Wehrtürme stark beeindruckt – einer ist heute Bestandteil des Hotels Der Achtermann, im anderen (im Zwinger) kann man auch übernachten. Die Mauern des Zwingers sind im unteren Bereich über 6 Meter dick! Das muss man sich mal vorstellen! 😮

    Hier hätte man sicher noch mehr entdecken können, ein Nachmittag war dann doch etwas knapp.

    Ach ja, wichtig auch 😀 :

  • Fotografie: Lieblingsorte #39

    Ich weiß gar nicht, warum mir der Schliersee jetzt erst einfällt – dabei liebe ich es, ihn immer wieder mal zu umrunden, mit verschiedener Begleitung (ich war dort u. a. schon mit Franzi und auch mit meinem Freund). Er mag nicht in ganz so grandioser Kulisse liegen, wie der Tegernsee z. B., dafür hat er einen großen Vorteil: Man kann ihn gut in ca. 1,5-2 Stunden umrunden. Kurioserweise war ich selten bei richtig gutem Wetter vor Ort, sodass die meisten Bilder wenig farbenfroh sind, selbst als Franzi und ich im Herbst unterwegs waren (vor fast genau drei Jahren). Darum hatte ich bei dem ersten Bild etwas „nachgeholfen“:

    Im Vergleich hier das Original:

    Hier noch ein paar weitere herbstliche Eindrücke:

    Auf diesen Bildern lässt sich ja schon eine Eigenschaft dieses Sees erahnen: Die Berge spiegeln sich wunderbar darin, wenn es windstill ist. Solche Verhältnisse hatten wir Mitte März dieses Jahres, als ich mit meinem Freund unterwegs war. Klar, dass ich da fotografieren musste, zumal die Berge auch noch schneebedeckt waren:

    Zuletzt war ich mit einer weiteren Freundin dort, aber da habe ich kaum Fotos gemacht (keine schöne Lichtstimmung).

    Der Schliersee strahlt auf mich eine wohltuende Ruhe aus, insbesondere auf der Westseite, wo man eine Weile direkt am Ufer entlang geht. Auf der Ostseite muss man leider ein Stück auf einem Weg neben der Straße gehen – dieser Teil ist weniger schön, aber etwas, das ich gerne in Kauf nehme, um den Rest des Weges gehen zu können und die wunderschönen Spiegelungen im Wasser genießen zu können. Definitiv einer meiner Lieblingsorte in den bayrischen Alpen! ❤

  • Mit dem Fotoapparat unterwegs im Harz #2 (Die Granetalsperre)

    Wenn ich jetzt sage, „Ich habe ein Faible für Talsperren“, wird sich mein Freund gleich melden und sagen, ich hätte doch für so gut wie alles ein Faible. Da hat er nicht ganz unrecht. Gleichwohl habe ich mit ihm zusammen inzwischen schon mindestens drei Talsperren (z. B. zwei im Thüringer Wald) besichtigt, und wer beim Glen Canyon Dam oder am Hoover Dam nicht ins Schwärmen gerät, den möchte ich erstmal kennenlernen.

    Auf jeden Fall war klar, als wir auf unserer Altarklippen-Wanderung den Stausee und im Hintergrund die Talsperre sehen konnten, dass ich da noch hinmusste.

    Die Wanderung dorthin war zugegebenermaßen nicht außergewöhnlich landschaftlich reizvoll, weil wir auf dem Hinweg größtenteils auf einem breiten geteerten Fahrrad- und Wanderweg liefen, ohne Blick auf den See. Wie wir später erfuhren, ist die Granetalsperre eine Trinkwassersperre, weswegen der See auch nicht zum Baden, Segeln, etc. gedacht ist. Nur an wenigen Stellen konnten wir an diesem recht trüben Tag einen Blick auf den von Wald umgebenen See werfen.

    Dann waren wir endlich am Damm angekommen, der sehr anders aussah, als Staudämme, die ich bisher gesehen hatte. Auffällig war als erstes – aus dieser Perspektive – die Kronenlänge: Mit 600 Metern ist diese wesentlich länger als z. B. die Dammkronen des Hoover- oder Glen-Canyon-Staudamms.

    Hier noch weitere Daten:

    Der Blick auf den See war aufgrund des Wetters nun nicht sonderlich berauschend, aber trotzdem schön (Panoramabild).

    Was ich nun interessant fand, war die andere Seite: Kein steil abfallender Betondamm, sondern eine sanft abfallende Wiese. Nun, da hier kein Strom gewonnen wird, sondern Trinkwasser, auch irgendwie verständlich, aber für mich dennoch überraschend.

    Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg – dann kam auch die Sonne ein wenig heraus, so dass wir das Wasser etwas glitzern sahen (wenn man genau hinsieht, vielleicht erkennbar).

    Noch ein paar wenige Impressionen vom Rückweg:

    Eine kleine, aber feine Wanderung.

  • Fotografie: Lieblingsorte #38

    Der Grand Canyon NP kommt in meinem persönlichen US-Nationalpark-Ranking tatsächlich erst nach dem Mount Rainier NP und dem Bryce Canyon NP. Trotzdem gehört er definitiv zu meinen Lieblingsorten, die ich jederzeit wieder besuchen würde, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. Man müsste sich eigentlich einmal mehr Zeit für ihn nehmen, denn bei meinen zwei Besuchen reichte die Zeit jeweils nur für einen Tag – und damit für den Bright Angel Trail. Das erste Mal war ich 1990 dort mit meinem Bruder, von dem die folgenden beiden Bilder stammen.

    Ich habe auch noch ein Bild von mir vor Augen, von hinten sitzend an der Kante des Plateau Points, doch in meinem Fotoalbum befindet es sich nicht und leider hat auch mein Bruder seine Dias noch nicht digitalisiert. Schade, denn extra deswegen habe ich meine Nichte 2015 dieses Foto von mir machen lassen:

    Die Dimensionen des Grand Canyon sind eigentlich kaum vorstellbar, wenn mal das nicht selbst gesehen hat – was im Übrigen für etliche Nationalparks im Südwesten ebenso gilt. Was sage ich – selbst wenn man dort steht oder sitzt, kann man das mit so einem kleinen menschlichen Gehirn, das noch dazu europäische Verhältnisse gewöhnt ist, einfach nicht fassen. Error. Does not compute.

    Das Problem an jenem Tag im August 2015, als meine Nichte und ich diesen Punkt erreicht hatten, war, dass wir diese Grandness gar nicht lange auf uns wirken lassen konnten, denn es kündigte sich ein Gewitter an. Als wir in noch einigermaßen beruhigender Entfernung den ersten Blitz sahen, machten wir uns blitzartig auf den Rückweg.

    Das Besondere an Wanderungen im Grand Canyon ist ja, dass man zuerst ab- und dann wieder aufsteigt. Schon zu Beginn des Trails gibt es entsprechende Warnschilder.

    Dieses „Up is mandatory“ ist dann im Fall eines Gewitters doch etwas, das die Situation etwas erschwert (es sind 6 Meilen Aufstieg)…

    Ich habe in meinem Beitrag zu unseren diesbezüglichen Erfahrungen schon beschrieben, wie diese Wanderung uns dann doch noch stärker in Erinnerung geblieben ist, als uns zunächst lieb war. Ich zitiere mal hier die Stelle, in der ich den gefährlichsten Abschnitt unseres Weges zurück nach oben beschreibe (für den ganzen Bericht bitte den Beitrag aufrufen!):

    Nach dieser Rast kam dann der gefährlichste Teil unserer Wanderung. Es fing wieder zu regnen an und bald hörten wir auch wieder Donnergrollen. Die jungen Leute waren wieder ein ganzes Stück vor mir, als plötzlich da ein helles Flackern war mit einem sofortigen Donnerknall im Anschluss. Da ist mir das Herz ganz schön in die Hose gerutscht! Meine Nichte ist dann auch – wie vom Donner gerührt (endlich verstehe ich diese Redewendung) – stehen geblieben und hat auf mich gewartet. Von nun an blieben wir eng beieinander. Wir hatten keinerlei Möglichkeit, uns irgendwie zu schützen – so blieb uns nichts anderes übrig als weiterzugehen und zu hoffen, dass der Ranger recht hatte, der einem anderen Wanderer erzählt hatte, dass Gewitter nicht so gefährlich sind im Grand Canyon, weil die Felsen Eisen enthielten und deswegen der Blitz in die Felsen, und nicht in Menschen, schlagen würde. Kurz darauf folgte ein weiterer Blitz und Donner – wieder so nah und so laut, dass mir Angst und Bange war. Nun erfuhren wir am eigenen Leib, wie sehr die Hormone, die bei Angst ausgeschüttet werden, einen „beflügeln‟ können. Plötzlich spürte ich kaum mehr Anstrengung, obwohl es permanent bergauf ging. Ich setzte einfach einen Fuß vor den anderen – und so erreichten wir safe and sound den letzten Unterstand.

    Viele Fotos habe ich verständlicherweise während des Gewitters nicht gemacht, aber in den Phasen ohne Regen und Blitz und Donner habe ich zumindest ein paar Fotos geschossen, die die Stimmung ganz gut einfingen.

    Am Ende sind wir heil wieder herausgekommen – und so überwiegen die positiven Gefühle und Erinnerungen an die grandiose Aussicht (links kurz nach dem Aufbruch am Morgen, rechts der Blick zurück, als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder oben waren) und auch die kleinen Weggefährten am Rande.

    Schon ein einzigartiger Ort. Ein Ort, den man nie vergisst, denn die Bilder des Gesehenen bleiben für immer im Kopf. You can’t unsee this. You must see this.

    PS: Ich empfehle auch einen Blick auf meine Fotos vom Sonnenaufgang im Grand Canyon! Hier ein Teaser:

  • Fotografie: Lieblingsorte #37

    Heute bleibe ich mal wieder ganz nah an meiner Wohnung in München. Eigentlich ein Skandal, dass der Pasinger Stadtpark bei meinen Lieblingsorten noch nicht aufgetaucht ist, obwohl er ja zu den von mir am häufigsten aufgesuchten Orten gehört. Und so möchte ich heute den kleinen Weiher (Teich) vorstellen, der in der Ecke liegt, wo sich die Würm und der Abelskanal treffen. Auf meiner klassischen Spazier- und Laufrunde komme ich immer daran vorbei und muss auch immer kurz anhalten, um einen Blick auf die meist sehr glatte, spiegelnde Oberfläche des Weihers zu werfen, mit dem orange-roten Rettungsreifen gegenüber im Blick. Wenn die Bank links im Bild frei ist, setze ich mich auch gerne mal an diesen Ort der Ruhe, auch wenn ich ja meistens im Stadtpark unterwegs bin, damit ich mein Schritte-Zeil erreiche.

    Hier ein kleiner Reigen durch die Jahreszeiten:

    Der Rettungsreifen bringt immer Farbe ins Bild.

    Faszinierend sind einfach jedes Mal die Spiegelungen im Wasser.

    Wahrlich zu jeder Jahreszeit ein Ort zum Entdecken und Verweilen. ❤