Ich gebe es zu: Ich LIEBE Schnee zu Weihnachten und es fällt mir doppelt schwer, beim aktuellen Wetter nach der anstrengenden Adventszeit (Schulaufgaben konzipieren, Schulaufgaben korrigieren, drei schulische Abendtermine in der letzten Woche, usw.) in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich weiß gar nicht, wie das Menschen in Ländern hinkriegen, die Weihnachten im Sommer feiern müssen!
Drum habe ich mir drei Fotos aus dem Fotoalbum meines Vaters ausgesucht, die rund um mein Elternhaus aufgenommen worden sind, um euch vielleicht auch ein bisschen „auf die Sprünge“ zu helfen, was die weihnachtliche Atmosphäre anbelangt. 🙂
Ich wünsche euch damit, dass ihr die Weihnachtsstimmung im Herzen tragt und die kommenden Tage – ob mit Familie oder Freunden, mit Partner oder alleine, mit echten Kerzen oder elektrischen, mit (echtem) Weihnachtsbaum oder ohne, mit „Stille Nacht“ oder „Driving Home for Christmas“, mit Ente oder Gans – genießt, auch ohne Schnee!
Unser „Hausfluss“, die Wiesent.Der Blick von der Terrasse meines Elternhauses in den hinteren Teil des Gartens.
Ich habe heute beim Wandern (Kreuzeck Talstation – Kreuzeck Bergstation – Partnachklamm – Skistadion Partenkirchen – 4 1/2 Stunden) das Monster aus meinen Albträumen entdeckt:
Ich habe mich aber nicht davon schrecken lassen, sondern meine Wandertour genossen (ob ich mich morgen noch bewegen kann, wird sich zeigen…):
Beim Aufstieg – über die Skipiste. Da es eine spontane Entscheidung war, wandern zu gehen, während mein Freund Gleitschirm flog, hatte ich leider wieder nur mein iPhone3Gs dabei – dieses Foto ist nicht ganz scharf, aber ich mag das Rot des Netzes.
Da war es nicht mehr soo weit nach oben.Oben angekommen!Völlig allein auf dem Weg nach unten Richtung Partnachklamm. Zwischendurch war ich mir gar nicht sicher, ob ich auch da ankommen würde, wo ich hin wollte…
Da es mir nach zwei Tagen mit fetter Erkältung heute doch deutlich besser ging, habe ich am späten Nachmittag einen kurzen Spaziergang im Westpark gewagt – und habe mal wieder festgestellt, wie wunderschön der Herbst sein kann!
Die Fotos habe ich mit meinem iPhone 3Gs gemacht (darf man das alte Ding eigentlich noch verwenden? 😉 ) – dafür sind sie ganz hübsch geworden…
Highgate Cemetery (heutiger Westteil) wurde 1839 gegründet, in einer Zeit, in der es schlicht zu wenig Platz für Tote in London gab. Da dieser Friedhof – für eher Wohlsituierte – sehr beliebt war, wurde er 1856 erweitert, um den heutigen East Cemetery. Der East Cemetery ist heute frei zu besichtigen, wenn auch gegen Gebühr, die aber ausschließlich in die Instandsetzung des Friedhofes zurückfließt, den West Cemetery darf man nur über eine einstündige Führung besichtigen. Der Erwerb eines Tickets für die Führung berechtigt dann auch zum Besuch des Ostteils.
Wir haben uns zuerst den Ostteil angesehen. Der zeigt eine interessante Mischung: aus alten Gräbern mit den typischen Symbolen, wie Engeln, Urnen oder – weniger verbreitet in der anglikanischen Kirche – Kreuzen, und moderneren Gräbern, die dann weniger klassische Grabsteine oder Skulpturen zieren. (Für eine größere Ansicht der Fotos bitte darauf klicken!)
Hier sieht man die Gegensätze zwischen alt und neu ganz gut.
Dieser Grabstein erinnert an ein Penguin Books Cover.
Hier liegt die Tochter von Gustav Mahler, die Bildhauerin Anna Mahler, begraben.
Außerdem liegen im East Cemetery einige berühmte Persönlichkeiten begraben. Die Interessantesten waren für mich Douglas Adams, Karl Marx und Malcolm McLaren.
Sehr schön schlichtes Grab!
Dies ist nicht das Originalgrab, das deutlich weniger pompös war…
Ich finde den Spruch so wunderbar!
Bei der Tour durch den westlichen Teil, durchgeführt von einer deutschen Ehrenamtlichen (die Tour war aber schon auf Englisch), die ansonsten irgendwas mit Architektur macht und die ein Tattoo in elbischer Schrift auf dem Unterarm hatte, haben wir einiges über die typischen Symbole gelernt. Hier nur eine ganz kleine Auswahl. Es gibt z. B. noch Hände, Vögel, das Kreuz (selten bei den Anglikanern), die trauernde Witwe…
Der Engel als Begleiter für den Toten.
Die Urne. Der zum Teil geöffnete „Umhang“ soll die Seele entweichen lassen
Die „abgeschnittene“ Säule steht für den Bruch – den Übergang vom Leben zum Tod. Der moderne Grabstein im Vordergrund ist dem nachempfunden. Dies ist übrigens das Grab von Alexander Litwinenko, der 2006 in London nach einer Vergiftung mit Polonium-210 starb.
Am beeindruckendsten fand ich die Einzel-Gruften (auch wenn wir keine von innen besichtigen konnten) im Circle of Lebanon und die „Katakomben‟: Sie waren nicht wirklich unterirdisch und sind sicherlich mit den riesigen Katakomben von Rom oder Paris nicht zu vergleichen. Da ich aber in den genannten Städten noch nicht die Katakomben besichtigt habe, fand ich schon diese kurzen Gänge spannend. Die zu sehenden Särge sind echt, inklusive Inhalt.
The Circle of Lebanon
Ein schöner Spruch, fand ich.
Das größte Monument hat Julius Beer (deutschstämmiger Besitzer des The Observer von 1870-1880 und Millionär) für seine Tochter errichten lassen. Leider war die Tür gerade defekt, sodass man nicht, wie sonst bei den Führungen, hineingehen konnte. Aber ich fotografiere gern Türen oder Details von selbigen.
Hier noch ein paar Besonderheiten:
Hier wollte jemand zeigen, was für einen hohen gesellschaftlichen Rang seine Familie hat.
Wenn ich mich recht erinnere, hat dieses Grabmal ein Vater für seine Tochter errichtet. Der leere Thron hat auch eine symbolische Bedeutung.
Einer der ganz wenigen Grabsteine, die die Todesursache benennen. Hier ist eine Frau an den Folgen eines Brandes ihres Kleides gestorben.
Tom Sayers war ein „bare-knuckle prize fighter“ (ich krieg dafür gerade keine Übersetzung hin), der sehr an seinem Hund Lion hing, der bei seiner Beerdigung, an der Tausende teilnahmen, an der Stelle des „chief mourners“ (normalerweise der Platz für die Witwe, z. B.) laufen durfte. Lion bewacht auch sein Grab.
Erfinder des Faradayschen Käfigs!
Alte Friedhöfe finde ich außerordentlich atmosphärisch interessant und fotogen. Leider hatte ich nur eine einfache Digital Kamera dabei und bin mit der Qualität der Fotos nicht sonderlich zufrieden. Für den USA-Urlaub im nächsten Jahr werde ich mir vielleicht doch endlich eine digitale Spiegelreflexkamera zulegen.
Da ich ja Martin Freeman insbesondere durch seine Darstellung des Dr. Watson in der genialen und Emmy-prämierten BBC-Serie Sherlock schätzen gelernt hatte, wollte ich meinen Kurztrip nach London zu Richard III auch ein bisschen „Sherlockig‟ gestalten. Meine Begleiter waren gerne mit dabei, also besuchten wir gleich als erstes das Sherlock Holmes Museum in der Baker Street. Schon auf dem Weg dahin wurde mir klar, warum die Serie nicht in dieser Straße gedreht wird – sie ist eine sehr stark befahrene Straße (ach, das englische „busy‟ wäre hier um soviel prägnanter), die man wahrscheinlich nur sehr schwer sperren könnte. Natürlich hat das Museum seit dem Erfolg der Serie noch viel mehr Zulauf, wie man schon VOR dem Gebäude sehen konnte.
Und auch im Museumsshop trägt man der Serie Rechnung, in dem dort auch Merchandise zur Serie (Tassen, Kalender, T-Shirts…) zu kaufen ist. Allerdings sind der Großteil tatsächlich Memorabilien zur Buchreihe von Sir Arthur Conan-Doyle, wie z. B. diese Karte und der etwas ungewöhnliche Rotstift.
Das Innere von 221b ist wirklich sehr liebevoll gestaltet – man vergisst fast, dass es sich bei Sherlock Holmes und Dr. John Watson ja um fiktive Charaktere handelt.
An einer Stelle kommt dann doch klar heraus, warum die meisten Besucher dieses Museum besuchen:
Wir wollten aber auch gerne mal sehen, wo die Serie gedreht wird (187 North Gower Street) – und im Speedy Café nebenan einen kleinen Snack zu uns nehmen.
Ach, irgendwann müsste man es mal so timen, in London zu sein, wenn gerade an Sherlock gedreht wird…
Meine Reisebegleiter wussten, dass Douglas Adams im Highgate Cemetery begraben ist, weswegen ich auf deren Vorschlag sehr gerne mit hingegangen bin. Interessanterweise gibt es ja auch hier eine Verbindung zu Martin Freeman: Zum einen hat er Arthur Dent in der Verfilmung von 2005 gespielt (ich habe den Film neulich das erste Mal gesehen und fand ihn ziemlich übel), zum anderen hat er die Audiobooks von Band 2 bis 5 gelesen, und das wirklich ganz außerordentlich gut! Also passte der Besuch an Adams‘ Grab gleich doppelt zu einem „Fangirl in London‟. Aber nein, wir sind nicht per Anhalter, sondern mit dem Bus, dort hingefahren. 😉
Wie gut, dass ich einen Kugelschreiber dabei hatte, so konnte ich – wie viele Anhänger von Douglas Adams zuvor – auch einen an seinem Grab lassen. Ein schöner, bewegender Moment! Wer sich jetzt fragt: Wieso Kugelschreiber? – der lese einfach The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy! 🙂
Der Friedhof ist einen Ost- und einen Westteil aufgeteilt. Douglas Adams (und Karl Marx, u.a.) sind im Ostteil begraben, den man – gegen Eintritt – frei begehen darf. Den Westteil darf man nur über eine Führung besichtigen. Ich werde aber dem Friedhof noch einen extra Artikel mit Fotos widmen, denn es ist wirklich ein wunderschöner alter Friedhof!