Nachdem ich vor kurzem mal wieder im Nymphenburger Schlosspark war und unbedingt „zu meiner Brücke“ musste – und dort wirklich sensationelle Farben einfangen konnte – , dachte ich mir so, dass sich diese Brücke in den letzten knapp anderthalb Jahren eigentlich auch zu einem echten Lieblingsort entwickelt hat. Es handelt sich um die Brücke am Pagodenburger See (26).
Normalerweise treibe ich mich ja meistens in der Südhälfte, um die Badenburg, herum, schließlich befindet sich dort auch einer meiner ersten Lieblingsorte in München. Aber seit 2020 habe ich doch auch des öfteren eine große Runde durch den Park gemacht und bin auch am Pagodenburger See vorbeigegangen, manchmal auch erst über Umwege, wenn ich noch weiter nördlich unterwegs war. Und da fiel mir im Mai 2020 offenbar das erste Mal diese Brücke auf (habe kein früheres Bild gefunden).
Das habe ich mir dann im selben Jahr im Herbst nochmal angesehen…
Im schneereichen Winter (Februar 2021) habe ich die Brücke das erste Mal (und ausschließlich) von der anderen Seite fotografiert.
Einen Tag vor meinem Geburtstag war ich dann mal wieder mit meinem Freund im Park unterwegs – diesmal haben mich die Grüntöne regelrecht in Euphorie versetzt…
… und dann schwamm auch noch ein Schwan durchs Bild! ❤
Aber ganz ehrlich – das alles war nichts gegen die Ekstase, die die Herbstfarbenexplosion (verstärkt durch die Einstellungen „Toy“ und „Toy Pop“) vor ein paar Tagen ausgelöst haben. ❤ 😮 ❤
Jetzt, da ich die Nummer 42 hier lese, muss ich mich spontan umentscheiden und heute den Highgate Cemetery in London nennen, weil dort im East Cemetery Douglas Adams begraben ist, dessen Grab ich 2014 besucht und dort einen Kugelschreiber gelassen habe. Fans von Douglas Adams wissen, was es mit der 42 und den Kugelschreibern auf sich hat… 😉
Ich war tatsächlich erst einmal auf dem Highgate Cemetery, würde aber gerne noch einmal dort hinfahren, schon allein, weil ich damals noch keine gescheite Digitalkamera hatte.
Der Friedhof ist in einen Ost- und einen Westteil geteilt – den Ostteil kann man auf eigene Faust erkunden, während man den älteren Westteil nur über eine Führung besichtigen kann. Anscheinend aber wurde das zu Coronazeiten jetzt geändert, eine Twitter-Bekannte hat von ihrem Besuch dort vor ein paar Monaten berichtet. Das wäre tatsächlich ein Traum, diesen Teil auch mal im eigenen Tempo zu durchstreifen…
Hier zunächst ein paar Bilder aus dem Ostteil, in dem doch auch einige Prominente (das Originalgrab von Karl Marx war offenbar weniger pompös) begraben sind.
Im Westteil war es noch dunkler, sodass nicht so viele richtig gute Bilder entstanden sind.
Super spannend sind die Gruften.
Ein Ort, der irgendwie etwas Mystisches hat. Werde ihn bestimmt bei einem meiner nächsten Londontrips mal wieder besuchen.
Wenn man nach Garmisch-Partenkirchen fährt, kann man für viel Geld auf die Zugspitze fahren (61 € hin und zurück), oder für die Hälfte mit der Kreuzeckbahn und/oder Alpspitzbahn auf den Osterfelderkopf. Ich war zwar einmal mit meiner amerikanischen Freundin Ruth auf der Zugspitze (damals noch für 48 € oder so), aber schöner zum Wandern – auch weil man ja theoretisch auch hinauf- und/oder hinabwandern kann – ist für mich das „Garmisch Classic“-Gebiet zwischen Kreuzeck und Osterfelderkopf.
Kennengelernt habe ich diesen Teil der bayrischen Alpen durch meinen Ex-Freund, der dort auch eine Zeit lang seinem Hobby Gleitschirmfliegen nachging (in den beiden Bildern von 2015 unten zu sehen).
Während er also vom Kreuzeck runterflog, wanderte ich von dort zum Osterfelderkopf. Es gibt einen breiten, leichten Wanderweg, doch ich nahm den steileren und für mich (Höhenangst!) schwierigeren Aufstieg, weil der Weg z. Tl. sehr schmal und direkt am Abhang verlief…
Doch der Aufstieg lohnt sich…
… vor allem, wenn man sich auf den Alpspix traut – was mir 2012 mit Hilfe eines älteren Herrn gelungen ist, der es offenbar als seine Mission sah, Menschen mit Höhenangst zu betreuen.
Der breitere Weg zurück zum Kreuzeck ist landschaftlich auch absolut hinreißend. Die Fotos stammen von 2015 und vom Herbst 2018, als ich mit dem Stepnwolf das erste Mal da oben war. Bei der gemeinsamen Wanderung mit ihm habe ich weniger Fotos gemacht, vor allem auch, weil wir uns dann dazu entschlossen, komplett ins Tal runterzuwandern (ohne Wanderstöcke), was irgendwann nur noch schmerzhaft war, sodass ich keinerlei Bedürfnis hatte, Fotos zu schießen. Das nächste Mal nur noch Aufstieg!!!
Das Herz von oben drückt sehr gut aus, wie sehr ich diese Berge liebe – wahrlich ein Lieblingsort von mir, auf den ich auch – wenn ich mich mal so richtig fit fühle, ähem – mal aufsteigen möchte. Für Muskeln und Gelenke in den Beinen viel besser, dafür geht das dann aber an die Kondition…
Als ich 1987 das erste Mal – und dann gleich zweimal im selben Jahr, fällt mir grad auf – in Paris war, habe ich mich in zwei Orte besonders verliebt: Notre Dame und Sacré Coeur bzw. den ganzen Hügel Montmartre mit den vielen Künstlern. Bei meinem ersten Besuch (bei der Familie unseres Austauschschülers Jean-François) im April habe ich dort auch eine Karikatur von mir zeichnen lassen, die ich allerdings auf die Schnelle jetzt nicht gefunden habe… 😥 Allerdings fand ich immer, dass sie mir nicht besonders ähnlich sah.
Auch als ich im Sommer mit meiner besten Freundin in Paris – unsere erste Interrail-Station – war, zog es mich wieder dort hinauf und wollte das nun auch mit ihr teilen.
Ich hatte mich damals in die ganze Stadt ziemlich verliebt, lange Zeit sah ich Paris als meine (europäische) Lieblingsstadt an – und doch bin ich dann erst 2019 wieder dort gewesen. Und da hatte ich nur einen Tag zur Verfügung, weil ich eigentlich wegen der Sense8Con nach Paris gekommen war, die aber in einem Hotel nahe des Flughafens stattfand. Da ich aber Freitag früh schon um 6:00 losgeflogen war, konnte ich mir tagsüber die Highlights nochmal ansehen. Da ich mit Montmartre angefangen hatte und dann lange von dort Richtung Eiffelturm lief, bis ich dann doch aufgab und den Rest mit der Métro fuhr, war ich irgendwann so erschöpft (ich war ja schon mitten in der Nacht aufgestanden), dass ich Notre Dame ausgelassen habe. Wenige Wochen später stand Notre Dame in Flammen – und ich weinte. Denn eigentlich hatte ich immer gesagt, dass mir rein von der Kirche her der gotische Dom viel besser gefiel als Sacré Coeur. Und dann habe ich den Besuch „aufs nächste Mal“ verschoben… Nun, er wird zwar wieder restauriert, aber irgendwie tat es wahnsinnig weh, dass ich nicht nochmal dort gewesen war.
Langer Rede kurzer Sinn: Deswegen (also aus Mangel an aktuellen Fotos) geht es hier heute um Sacré Coeur (nur von außen) und Montmartre samt Blick von dort auf die Stadt – und nicht um Notre Dame.
Hier nun also ein paar Fotos von meinem Blitzbesuch Ende März 2019.
Der Ausblick von dort oben ist schon atemberaubend!
Irgendwann muss ich mir nochmal mehr Zeit nehmen, um diesen Ort und die ganze Stadt wieder neu zu entdecken, auch wenn ja inzwischen London meine europäische Lieblingsstadt ist. Paris scheint im Vergleich so unendlich groß…
Zum Abschluss noch einige Graffiti und Wandmalereien aus den Straßen von Montmartre auf dem Weg nach unten.
Mein Freund bestand darauf, dass wir an dem Tag, an dem wir bei der Granetalsperre waren, nur eine kurze Wanderung machten, damit wir am Nachmittag noch nach Goslar fahren konnten. Danke! ❤
Neben der oben zu sehenden Kaiserpfalz samt Garten, in dem sich diverse Denkmäler und Skulpturen (u. a. der liegende „Goslarer Krieger“ von Henry Moore) befanden, hat Goslar vor allem eins zu bieten: Fachwerkhäuser en masse! Nahezu vergleichbar mit Quedlinburg. Die Altstadt hat daher auch Weltkulturerbe-Status. Zurecht!
Natürlich gibt es auch Kirchen – in den Bildern zu sehen: die Marktkirche St. Cosmas und Damian & die Neuwerkkirche (innen bunt und außen weiß-grau). Habe gerade gelesen, dass es auch eine Stabkirche in Goslar gibt. Mist, wir waren nicht gut genug vorbereitet!
Und dann gab es auch einige Details am Straßenrand oder Hinterhöfen:
Und das Gymnasium sieht halt so aus (not so shabby – Fans von The OA fällt bestimmt ein Detail auf… 😎 )
Ein paar Motive boten sich für den Kreativmodus „Toy Pop“ an, um die Farben noch mehr „poppen“ zu lassen:
Sehr hübsch auch der kleine Kanal… (Blüten scharf oder der Hintergrund? Was gefällt euch besser?)
Zu guter Letzt haben uns auch die Wehrtürme stark beeindruckt – einer ist heute Bestandteil des Hotels Der Achtermann, im anderen (im Zwinger) kann man auch übernachten. Die Mauern des Zwingers sind im unteren Bereich über 6 Meter dick! Das muss man sich mal vorstellen! 😮
Hier hätte man sicher noch mehr entdecken können, ein Nachmittag war dann doch etwas knapp.
Ich weiß gar nicht, warum mir der Schliersee jetzt erst einfällt – dabei liebe ich es, ihn immer wieder mal zu umrunden, mit verschiedener Begleitung (ich war dort u. a. schon mit Franzi und auch mit meinem Freund). Er mag nicht in ganz so grandioser Kulisse liegen, wie der Tegernsee z. B., dafür hat er einen großen Vorteil: Man kann ihn gut in ca. 1,5-2 Stunden umrunden. Kurioserweise war ich selten bei richtig gutem Wetter vor Ort, sodass die meisten Bilder wenig farbenfroh sind, selbst als Franzi und ich im Herbst unterwegs waren (vor fast genau drei Jahren). Darum hatte ich bei dem ersten Bild etwas „nachgeholfen“:
Im Vergleich hier das Original:
Hier noch ein paar weitere herbstliche Eindrücke:
Auf diesen Bildern lässt sich ja schon eine Eigenschaft dieses Sees erahnen: Die Berge spiegeln sich wunderbar darin, wenn es windstill ist. Solche Verhältnisse hatten wir Mitte März dieses Jahres, als ich mit meinem Freund unterwegs war. Klar, dass ich da fotografieren musste, zumal die Berge auch noch schneebedeckt waren:
Zuletzt war ich mit einer weiteren Freundin dort, aber da habe ich kaum Fotos gemacht (keine schöne Lichtstimmung).
Der Schliersee strahlt auf mich eine wohltuende Ruhe aus, insbesondere auf der Westseite, wo man eine Weile direkt am Ufer entlang geht. Auf der Ostseite muss man leider ein Stück auf einem Weg neben der Straße gehen – dieser Teil ist weniger schön, aber etwas, das ich gerne in Kauf nehme, um den Rest des Weges gehen zu können und die wunderschönen Spiegelungen im Wasser genießen zu können. Definitiv einer meiner Lieblingsorte in den bayrischen Alpen! ❤
Wenn ich jetzt sage, „Ich habe ein Faible für Talsperren“, wird sich mein Freund gleich melden und sagen, ich hätte doch für so gut wie alles ein Faible. Da hat er nicht ganz unrecht. Gleichwohl habe ich mit ihm zusammen inzwischen schon mindestens drei Talsperren (z. B. zwei im Thüringer Wald) besichtigt, und wer beim Glen Canyon Dam oder am Hoover Dam nicht ins Schwärmen gerät, den möchte ich erstmal kennenlernen.
Auf jeden Fall war klar, als wir auf unserer Altarklippen-Wanderung den Stausee und im Hintergrund die Talsperre sehen konnten, dass ich da noch hinmusste.
Die Wanderung dorthin war zugegebenermaßen nicht außergewöhnlich landschaftlich reizvoll, weil wir auf dem Hinweg größtenteils auf einem breiten geteerten Fahrrad- und Wanderweg liefen, ohne Blick auf den See. Wie wir später erfuhren, ist die Granetalsperre eine Trinkwassersperre, weswegen der See auch nicht zum Baden, Segeln, etc. gedacht ist. Nur an wenigen Stellen konnten wir an diesem recht trüben Tag einen Blick auf den von Wald umgebenen See werfen.
Dann waren wir endlich am Damm angekommen, der sehr anders aussah, als Staudämme, die ich bisher gesehen hatte. Auffällig war als erstes – aus dieser Perspektive – die Kronenlänge: Mit 600 Metern ist diese wesentlich länger als z. B. die Dammkronen des Hoover- oder Glen-Canyon-Staudamms.
Hier noch weitere Daten:
Der Blick auf den See war aufgrund des Wetters nun nicht sonderlich berauschend, aber trotzdem schön (Panoramabild).
Was ich nun interessant fand, war die andere Seite: Kein steil abfallender Betondamm, sondern eine sanft abfallende Wiese. Nun, da hier kein Strom gewonnen wird, sondern Trinkwasser, auch irgendwie verständlich, aber für mich dennoch überraschend.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg – dann kam auch die Sonne ein wenig heraus, so dass wir das Wasser etwas glitzern sahen (wenn man genau hinsieht, vielleicht erkennbar).
Der Grand Canyon NP kommt in meinem persönlichen US-Nationalpark-Ranking tatsächlich erst nach dem Mount Rainier NP und dem Bryce Canyon NP. Trotzdem gehört er definitiv zu meinen Lieblingsorten, die ich jederzeit wieder besuchen würde, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. Man müsste sich eigentlich einmal mehr Zeit für ihn nehmen, denn bei meinen zwei Besuchen reichte die Zeit jeweils nur für einen Tag – und damit für den Bright Angel Trail. Das erste Mal war ich 1990 dort mit meinem Bruder, von dem die folgenden beiden Bilder stammen.
Ich habe auch noch ein Bild von mir vor Augen, von hinten sitzend an der Kante des Plateau Points, doch in meinem Fotoalbum befindet es sich nicht und leider hat auch mein Bruder seine Dias noch nicht digitalisiert. Schade, denn extra deswegen habe ich meine Nichte 2015 dieses Foto von mir machen lassen:
Die Dimensionen des Grand Canyon sind eigentlich kaum vorstellbar, wenn mal das nicht selbst gesehen hat – was im Übrigen für etliche Nationalparks im Südwesten ebenso gilt. Was sage ich – selbst wenn man dort steht oder sitzt, kann man das mit so einem kleinen menschlichen Gehirn, das noch dazu europäische Verhältnisse gewöhnt ist, einfach nicht fassen. Error. Does not compute.
Das Problem an jenem Tag im August 2015, als meine Nichte und ich diesen Punkt erreicht hatten, war, dass wir diese Grandness gar nicht lange auf uns wirken lassen konnten, denn es kündigte sich ein Gewitter an. Als wir in noch einigermaßen beruhigender Entfernung den ersten Blitz sahen, machten wir uns blitzartig auf den Rückweg.
Das Besondere an Wanderungen im Grand Canyon ist ja, dass man zuerst ab- und dann wieder aufsteigt. Schon zu Beginn des Trails gibt es entsprechende Warnschilder.
Dieses „Up is mandatory“ ist dann im Fall eines Gewitters doch etwas, das die Situation etwas erschwert (es sind 6 Meilen Aufstieg)…
Ich habe in meinem Beitrag zu unseren diesbezüglichen Erfahrungen schon beschrieben, wie diese Wanderung uns dann doch noch stärker in Erinnerung geblieben ist, als uns zunächst lieb war. Ich zitiere mal hier die Stelle, in der ich den gefährlichsten Abschnitt unseres Weges zurück nach oben beschreibe (für den ganzen Bericht bitte den Beitrag aufrufen!):
Nach dieser Rast kam dann der gefährlichste Teil unserer Wanderung. Es fing wieder zu regnen an und bald hörten wir auch wieder Donnergrollen. Die jungen Leute waren wieder ein ganzes Stück vor mir, als plötzlich da ein helles Flackern war mit einem sofortigen Donnerknall im Anschluss. Da ist mir das Herz ganz schön in die Hose gerutscht! Meine Nichte ist dann auch – wie vom Donner gerührt (endlich verstehe ich diese Redewendung) – stehen geblieben und hat auf mich gewartet. Von nun an blieben wir eng beieinander. Wir hatten keinerlei Möglichkeit, uns irgendwie zu schützen – so blieb uns nichts anderes übrig als weiterzugehen und zu hoffen, dass der Ranger recht hatte, der einem anderen Wanderer erzählt hatte, dass Gewitter nicht so gefährlich sind im Grand Canyon, weil die Felsen Eisen enthielten und deswegen der Blitz in die Felsen, und nicht in Menschen, schlagen würde. Kurz darauf folgte ein weiterer Blitz und Donner – wieder so nah und so laut, dass mir Angst und Bange war. Nun erfuhren wir am eigenen Leib, wie sehr die Hormone, die bei Angst ausgeschüttet werden, einen „beflügeln‟ können. Plötzlich spürte ich kaum mehr Anstrengung, obwohl es permanent bergauf ging. Ich setzte einfach einen Fuß vor den anderen – und so erreichten wir safe and sound den letzten Unterstand.
Viele Fotos habe ich verständlicherweise während des Gewitters nicht gemacht, aber in den Phasen ohne Regen und Blitz und Donner habe ich zumindest ein paar Fotos geschossen, die die Stimmung ganz gut einfingen.
Am Ende sind wir heil wieder herausgekommen – und so überwiegen die positiven Gefühle und Erinnerungen an die grandiose Aussicht (links kurz nach dem Aufbruch am Morgen, rechts der Blick zurück, als wir kurz vor Sonnenuntergang wieder oben waren) und auch die kleinen Weggefährten am Rande.
Schon ein einzigartiger Ort. Ein Ort, den man nie vergisst, denn die Bilder des Gesehenen bleiben für immer im Kopf. You can’t unsee this. You must see this.
Heute bleibe ich mal wieder ganz nah an meiner Wohnung in München. Eigentlich ein Skandal, dass der Pasinger Stadtpark bei meinen Lieblingsorten noch nicht aufgetaucht ist, obwohl er ja zu den von mir am häufigsten aufgesuchten Orten gehört. Und so möchte ich heute den kleinen Weiher (Teich) vorstellen, der in der Ecke liegt, wo sich die Würm und der Abelskanal treffen. Auf meiner klassischen Spazier- und Laufrunde komme ich immer daran vorbei und muss auch immer kurz anhalten, um einen Blick auf die meist sehr glatte, spiegelnde Oberfläche des Weihers zu werfen, mit dem orange-roten Rettungsreifen gegenüber im Blick. Wenn die Bank links im Bild frei ist, setze ich mich auch gerne mal an diesen Ort der Ruhe, auch wenn ich ja meistens im Stadtpark unterwegs bin, damit ich mein Schritte-Zeil erreiche.
Hier ein kleiner Reigen durch die Jahreszeiten:
Der Rettungsreifen bringt immer Farbe ins Bild.
Faszinierend sind einfach jedes Mal die Spiegelungen im Wasser.
Wahrlich zu jeder Jahreszeit ein Ort zum Entdecken und Verweilen. ❤
Eigentlich habe ich schon vor sechs Jahren – nachdem ich das 9/11 Memorial besucht hatte – in einem Fotobeitrag einige meiner Gedanken zu 9/11, und wie mich dieser Tag und seine Folgen immer noch zutiefst berührte, aufgeschrieben und mit euch geteilt. Ich werde in dem heutigen Beitrag deswegen z. Tl. auch aus diesem Beitrag zitieren. Dennoch ist es mir gerade nach den aktuellen Ereignissen in Afghanistan ein Bedürfnis, erneut ein paar Zeilen zum Thema zu schreiben. Das haben zwar auch gefühlt alle Zeitungsredaktionen der Welt getan, aber – wie bei mir üblich – wird mein Beitrag sehr wahrscheinlich emotionaler ausfallen. Wohin mich diese Zeilen führen werden, weiß ich noch nicht genau, ich bin also genauso gespannt wie ihr. Da ich gestern aus Jux und Tollerei den kleinen Dia-Scanner, den ich mal vor Jahren (mind. 10 – war für Windows XP und Windows 7) bei Aldi (oder so) erstanden hatte, an meinen Laptop angeschlossen habe, habe ich auch ein paar Dias von meiner ersten NYC-Reise 1992 eingescannt. Die Qualität ist eher schlecht als recht, aber trotzdem möchte ich sie mit euch teilen.
Vielleicht ein paar Worte zu meinen damaligen Eindrücken, auch denjenigen von 1994, als ich noch einmal kurz dort war (als Sprungbrett zu meinem Sommerjob im Mt. Rainier NP). New York war zu Beginn der 90er Jahre ein durchaus gefährliches Pflaster, die Kriminalität war in den 80er Jahren enorm gestiegen (die Droge Crack gilt als eine der Ursachen), und so haben mein Freund und ich Manhattan nur bei Tag erlebt – wenn es dunkel wurde, gingen wir zurück ins Hotel. Wir beide (20 und 22) kamen außerdem vom Land, da fühlten wir uns schon etwas overwhelmed von der city that never sleeps. Wir haben auch keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, die Subway schien uns zu gefährlich, bei den Bussen musste man passend zahlen. So sind wir den ganzen Tag rumgelaufen. Was für eine anstrengende Stadt. Aber als wir dann erst vor den Twin Towers und dann auf ihnen standen, spürten wir auch die Faszination, die von Manhattan ausgeht.
Ähnlichen Eindruck hinterließ auch die Fahrt mit einer Ferry auf dem Hudson River – mit etwas Abstand von den Wolkenkratzern wirkten sie attraktiver, wie eine fantastische Kulisse.
Als ich 1994 über NYC fliegen musste, weil dort noch eine Veranstaltung des Council on International Educational Exchange zur Vorbereitung auf das Arbeiten in den USA stattfand, hat mich die Stadt noch mehr eingeschüchtert, denn ich war das erste Mal ganz alleine unterwegs. Schön war es allerdings, dass auch meine Schwester und ihr frisch angetrauter Mann auf dem Weg in ihre Flitterwochen in Venezuela, einen Stopp in NYC gemacht hatten – und so war ich auch mit ihnen nochmals auf dem World Trade Center. Es blieb das letzte Mal…
Nun der Blick zurück darauf, wie ich den 11. September 2001 erlebt habe. Ich zitiere aus dem oben erwähnten Beitrag:
Obwohl ich keine Angehörigen, Freunde oder Bekannte am 11. September 2001 verloren habe, ging mir dieser Anschlag damals unglaublich unter die Haut. Es ist eines dieser Welt-Ereignisse, bei denen (fast) jeder, der das bewusst miterlebt hat, weiß, wo er war, als er davon erfahren hat. Ich kam nach dem ersten Schultag nach Hause und schaltete erstmal – zum Abschalten – den Fernseher an. Damals habe ich tatsächlich noch „random TV“ geschaut, in dem Fall irgendeine Nachmittags-Talk-Show. Plötzlich wurde das Programm unterbrochen – das erste Flugzeug war in den North Tower geflogen, man zeigte Bilder des brennenden Turms. Wenn ich mich nicht ganz täusche, habe ich dann den Aufprall des zweiten Flugzeuges in den South Tower schon live im Fernsehen gesehen. Ich war entsetzt, konnte mich nicht mehr vom Fernseher weg bewegen. Irgendwann kam mein damaliger Mann nach Hause, auch er war mit mir zusammen schon auf dem World Trade Center gestanden… Als dann der erste Turm – und später noch der zweite – in sich zusammenfiel, habe ich zehntausende Tote erwartet. Dann auch noch der Anschlag auf das Pentagon und der Absturz von United Airlines Flight 93… Der Schock saß tief. Und dann war da die Angst: Wie würde Bush darauf reagieren? Welche Folgen würde dieser Anschlag auf die ganze Welt haben? Und so saß ich die nächsten Tage in jeder freien Minute vor dem Fernseher und verfolgte die Rettungs- und Aufräumarbeiten, die Reaktionen aus aller Welt. Ich fühlte mich numb, mir kamen auch immer wieder Tränen.
Allein dies zu lesen, lässt mir die Tränen wieder in die Augen steigen und mein Herz schmerzen. Kein Ereignis aus der Weltgeschichte, das ich erlebt habe, hat mich wohl nachhaltiger getroffen und so lange beschäftigt.
Als ich dann 2015 am Memorial stand und durch das dazugehörige Museum ging, habe ich eine wahre Achterbahn der Gefühle erlebt. In die Trauer um die dort gestorbenen Menschen mischte sich eine körperlich spürbare Wut auf diejenigen Touristen, die meinten, überall lachende Selfies machen zu müssen (eher draußen am Memorial, nicht im Museum), und dann im Museum noch eine tiefe Dankbarkeit für die Arbeit der Feuerwehrleute (u.a.) an diesem Tag – und an den folgenden, an denen nach Verletzten und Toten in den Trümmern gesucht wurde.
Das Gefühl, das ich am 11. September 2001 hatte, nämlich, dass nichts mehr so sein würde wie vorher, ist ja durchaus eingetroffen. Zwar fand ich damals den Krieg gegen den Terrorismus, der auf afghanischem Boden im Anschluss geführt wurde, tatsächlich irgendwie noch gerechtfertigt, den Krieg der „Koalition der Willigen“ gegen den Irak lehnte ich rigoros ab. All dies führte ja dann auch nicht zu weniger islamistischem Terrorismus, sondern er kam immer näher an mein eigenes Leben in Europa heran. (Auch wenn die weitaus meisten und schlimmsten Anschläge ja tatsächlich in der islamischen Welt passierten, wie später dann auch durch den sog. Islamischen Staat.) Ja, das machte schon auch Angst und verursachte zudem Gefühle von Wut gegenüber den Terroristen und Ohnmacht, aber gleichzeitig verabscheute ich die nun vermehrt grassierende, verallgemeinernde Dämonisierung von Muslimen, den Einsatz von Folter, wie in Guantanamo und anderswo, die abscheulichen Bilder aus jenem Gefängnis in Irak, in dem amerikanische Soldaten die Gefangenen auf übelste Weise erniedrigten und quälten… Wie sollte man sich angesichts dieser Bilder auf der „guten Seite“ des Westens verortet fühlen?
Dennoch: Meine (westlichen?) Werte lassen mich nun sehr in Sorge sein um die Menschen in Afghanistan; um die Frauen, die Mädchen, die in den letzten 20 Jahren tatsächlich nach und nach mehr Rechte, wie z. B. Bildung, erhalten haben. Was hat der lange Einsatz von westlichen Truppen in Afghanistan gebracht, wenn nun doch die Taliban das Land beherrschen? Wenn zahlreiche Menschen bei Anschlägen einer anderen islamistischen Gruppe nun dort am Flughafen ihr Leben lassen mussten? Das Leben ändert sich in Afghanistan von einem Tag auf den anderen: Neun von zehn Afghanen haben nicht genug zu essen, westliche Kleidung ist aus dem Straßenbild verschwunden,
Demonstrationen gegen die Taliban-Regierung und die neuen Regeln für den Alltag, sind verboten. Auch Berichte über Proteste, die es trotz Verbot immer wieder gibt, werden bestraft. Zahlreiche Journalisten wurden bereits geschlagen und gefoltert. Alle Appelle der Vereinten Nationen, auf Gewalt gegen die Bevölkerung zu verzichten, blieben bislang ungehört.
Gleichzeitig widert es mich geradezu an, wie nun manche Parteien skandieren, es dürfe keine Wiederholung von 2015 geben. Mal ganz davon abgesehen, wie die Regierung noch in diesem Jahr auf Abschiebungen nach Afghanistan gepocht hatte und wie groß ihr Versagen beim Ausfliegen von Ortskräften war. Es kann sich einfach niemand von uns aus den westlichen Nachkriegsgenerationen vorstellen, wie das ist, mit täglicher Bedrohung zu leben. Wie das sein muss, den Entschluss zu fassen: „Ich muss mein Heimatland verlassen“. Das ist keine Reality-Show wie Goodbye Deutschland (zugegebenermaßen nie angeschaut), selbst wenn Leib und Leben nicht durch die Taliban direkt bedroht wäre – „Neun von zehn Afghanen haben nicht genug zu essen“! Die Flucht vor Verhungern gilt offenbar für viele, die jetzt befürchten, Deutschland könne wieder von einer Flüchtlingswelle heimgesucht werden, nicht zu einem gerechtfertigten Grund…
Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass sich die Welt in den letzten 20 Jahren kein bisschen in einem positiven Sinn weiterentwickelt hat. Selbst die Erleichterung, dass Trump politisch nicht mehr am Hebel sitzt, wird zur Ernüchterung, wenn Präsident Biden nach dem Anschlag in Kabul sagt: „We will hunt you down and make you pay.“ (Quelle z. B. CNN) Die selbe amerikanische rachsüchtige Rhetorik wie immer.
20 Jahre nach 9/11 – haben wir wirklich nichts gelernt?