Morgen würden normalerweise die Faschingsferien in Bayern beginnen, die ja aber von der bayrischen Regierung gestrichen worden sind… Früher – schon als Kind, dann als Jugendliche, aber auch noch bis in die 2000er hinein bedeuteten Faschingsferien immer: Skifahren am Sudelfeld mit der Familie.

Nach dem „Einersessellift“ von Bayrischzell hoch ins Skigebiet, war unser erster Hang immer der im Bild oben. Wir nannten ihn Sonnenhang, aber ich glaube, der eigentliche Name war oder ist „Herrenabfahrt“. Als ich heute hier in München über mit Pulverschnee bedeckte Wiesen lief, habe ich diese Familientradition schmerzlich vermisst, und die Bilder (abfotografierte analoge Fotos) tun ihr Übriges, um mich in eine melancholische Stimmung zu versetzen. Noch dazu war ja auch mein Vater noch bis in seine 70er mit dabei – durch ihn habe ich Skifahren gelernt. ❤ So gut wie er bin ich allerdings nie geworden – insbesondere seiner Eleganz beim Tiefschneefahren und auf Buckelpisten ist wohl höchstens meine Schwester nahegekommen… (im Bild links bin ich, mein jüngerer Bruder und mein Ex-Mann auf dem Sonnehang/der Herrenabfahrt zu sehen, rechts mein Vater beim Aufwärmen)


Aber Freude hatten wir alle am Skifahren, und an den damit verknüpften Familienritualen: Nach der letzten Abfahrt beim Winklstüberl vorbeifahren und leckere Torten und Kuchen mitnehmen, dann im Ferienhaus die Torten mit heißem Tee zusammen verzehrt, etwas ausruhen, duschen usw.; jeden Abend hat jemand anderes gekocht (also, als wir dann schon fast alle erwachsen waren), und danach Spieleabend (Canasta, Trivial Pursuit, Karrierepoker, Skat…). Das war unser Après-Ski. ❤
Eine weitere Tradition war, dass wir eigentlich fast immer mittags auf der Sonnenalm Pause gemacht haben, meistens aßen wir da unsere mitgebrachten belegten Brötchen (war erlaubt, man musste nur Getränke vor Ort kaufen), manchmal durfte es auch ein Schnitzel mit Pommes oder ein Germknödel sein.
Als ich im Corona-Frühsommer (Pfingstferien) mit dem Stepnwolf das erste Mal im Sommer auf dem Sudelfeld wanderte, habe ich auch da einen sehnsüchtigen Blick auf die Sonnenalm geworfen.


Ich belächele ja manchmal Menschen, die jedes Jahr an denselben Ort in den Urlaub fahren. Es gibt zwei Lieblingsorte, bei denen ich es wirklich sehr vermisse, dass ich nicht mehr jedes Jahr dort hinfahre. Das Sudelfeld ist einer davon.

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